Commerzbank-Vorstand Thomas Schaufler lässt keinen Zweifel: „Zehn von zehn“ — so beziffert er seine Überzeugung, dass die Bank ihre Unabhängigkeit wahren wird. Das Interview mit der Stuttgarter Zeitung vom 22. April ist mehr als ein Stimmungsbild. Es ist ein gezieltes Signal kurz vor den entscheidenden Wochen im Übernahmestreit mit UniCredit.
Operative Stärke als Schutzschild
Schauflers Argument fußt auf Zahlen. Die Bank habe die Ziele für 2025 erreicht oder übertroffen und den Ausblick für 2026 angehoben. Den Kursanstieg seit seinem Amtsantritt Ende 2021 — damals sechs bis sieben Euro, heute liegt der durchschnittliche Analystenzielpreis bei 38 Euro — nennt er als Beleg für die operative Stärke. Die Aktie notiert aktuell bei rund 34,80 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten gut 45 Prozent zugelegt.
Schaufler warnt außerdem vor Integrationsrisiken für Mitarbeitende und Kunden und betont die besondere Rolle der Bank für den deutschen Mittelstand. Die Bundesregierung stehe hinter der Eigenständigkeitsstrategie und halte das feindliche Vorgehen UniCredits für falsch, so Schaufler.
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Orcel kalkuliert nüchtern
UniCredit-Chef Andrea Orcel hat die Lage bereits am 21. April öffentlich neu bewertet. Sollte ihm das freiwillige Übernahmeangebot — das er Anfang Mai mit einem Volumen von rund 35 Milliarden Euro vorlegen will — keine Kontrollmehrheit bringen, werde er eine Pause einlegen und sich auf andere interne Themen konzentrieren. Weil das Angebot voraussichtlich unter dem aktuellen Kurs liegen dürfte, rechnen Analysten und Orcel selbst kaum damit, dass viele Aktionäre ihre Anteile andienen.
Parallel hält UniCredit den Druck mit einer eigenen Präsentation aufrecht. Darin wirft das Mailänder Institut der Commerzbank eine „Geschichte operativer Underperformance“ vor und stellt für den Übernahmefall einen Nettogewinn von rund 5,1 Milliarden Euro bis 2028 in Aussicht — unter dem Strategieplan „Commerzbank Unlocked“. Frankfurt kontert scharf: Das sei kein glaubwürdiger Plan zur Wertsteigerung, sondern ein Versuch, das Geschäftsmodell aufzubrechen.
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Drei Termine im Mai
Der Konflikt läuft auf einen dichten Terminkalender zu:
- 4. Mai: Außerordentliche UniCredit-Hauptversammlung zur Abstimmung über die notwendige Kapitalerhöhung
- 8. Mai: Commerzbank präsentiert Q1-Zahlen, aktualisierte Finanzziele und die 2030-Strategie
- 20. Mai: Ordentliche Commerzbank-Hauptversammlung in Wiesbaden — auf der Tagesordnung steht unter anderem eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie für 2025
Der 8. Mai dürfte zum eigentlichen Prüfstein werden. Mit der 2030-Strategie muss die Commerzbank zeigen, dass sie als eigenständiges Institut mehr Wert schaffen kann als unter dem Dach von UniCredit — ein Argument, das letztlich die Aktionäre überzeugen muss.
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