Der chinesische Batteriegigant Contemporary Amperex Technology (CATL) festigt seine Marktposition durch einen neuen Liefervertrag im Bereich der Elektromobilität für Schwerlastwagen. Wie Renewable Watch berichtet, unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit Energy In Motion (EIM) über die Lieferung von Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen (LFP). Das Abkommen umfasst ein Volumen von 500 Megawattstunden (0,5 GWh) und bezieht sich auf Zellen des Modells CB7T0 sowie Batteriepacks der Plattform L324D06. Diese Systeme mit einer Kapazität von jeweils 400,6 Kilowattstunden sind für die E-Tractor 4×2 Ashwa-Serie vorgesehen.

Trotz dieser operativen Fortschritte geriet die Aktie unter Druck. Das Papier verzeichnete heute einen Rückgang von 7,73 Prozent und notiert bei 66,71 Euro. Im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 86,94 Euro, das Anfang Juni 2026 erreicht wurde, entspricht dies einem Abschlag von rund 23,27 Prozent. Dennoch weist der Wert seit Jahresbeginn ein Plus von 16,22 Prozent auf.

Strategischer Fokus auf Infrastruktur und Nutzfahrzeuge

Parallel zum Ausbau des Liefergeschäfts forciert CATL die physische Infrastruktur. Das von CATL unterstützte Batteriewechselnetzwerk Choco-SEB hat zum 30. Juni 2026 einen Meilenstein von 2.000 Stationen in China erreicht. Laut Berichten von The Cool Down ist das Ziel, die Anzahl der Stationen bis Ende des Jahres auf 3.000 zu steigern. Derzeit werden monatlich mehr als 200 neue Standorte in Betrieb genommen. Das Netzwerk erstreckt sich über 180 Städte in 31 Provinzen. Eine Partnerschaft mit Octopus Energy soll zudem den Markteintritt dieses Systems in Großbritannien und Europa vorbereiten.

Ergänzt wird diese Infrastruktur durch die sogenannte MTB-Technologie (Module to Bracket). Diese ermöglicht es, Batteriemodule direkt in das Fahrzeugchassis zu integrieren, was die Volumenausnutzung um 40 Prozent erhöht und das Gewicht um 10 Prozent reduziert. Die Technologie wird bereits in Projekten des Unternehmens Qiyuan Core Power eingesetzt und bietet Konfigurationen zwischen 140 und 600 Kilowattstunden.

Technologische Offensive bei Natrium-Ionen-Batterien

Im Bereich der Forschung und Entwicklung bereitet das Unternehmen den nächsten großen Schritt vor. Der Chefwissenschaftler Wu Kai gab bekannt, dass im vierten Quartal 2026 die großflächige Serienproduktion von Natrium-Ionen-Batterien starten soll. Diese unter dem Namen „Na-Xin“ geführten Energiespeicher erreichen eine Energiedichte von 175 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg). Sie zeichnen sich durch eine hohe Kapazitätshaltung von über 90 Prozent bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius aus und verfügen über eine Lebensdauer von mehr als 10.000 Zyklen.

Zudem arbeitet CATL an der Kommerzialisierung von Kondensationsbatterien, die eine deutlich höhere Energiedichte von bis zu 500 Wh/kg erreichen. Diese Technologie soll unter anderem in Kooperationen für zivile elektrische Luftfahrzeuge eingesetzt werden. Als langfristiges Forschungsziel nannte Wu Kai zudem die Entwicklung von Lithium-Luft-Batterien.

Rohstofffunde und langfristige Lieferverträge

Die langfristige Rohstoffversorgung wird durch massive Funde im Inland gestützt. Laut The Munich Eye wurden in der Provinz Hunan neue Lithiumvorkommen mit etwa 490 Millionen Tonnen Erz entdeckt, was rund 1,31 Millionen Tonnen Lithiumoxid entspricht. Dies stärkt die Position Chinas, das bereits über 70 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten kontrolliert.

Zusätzlich sicherte sich CATL strategische Liefermengen für Elektrolyte. Ein neuer Dreijahresvertrag mit dem Zulieferer CAPCHEM sieht steigende Abnahmemengen vor: 50.000 Tonnen im Jahr 2026, 100.000 Tonnen im Jahr 2027 und 150.000 Tonnen für 2028. Auf der Desinvestitionsseite trennt sich CATL von Anteilen am Unternehmen Genyuan New Materials. Im Zuge einer Übernahme durch Rikedi Chemical veräußert CATL zusammen mit weiteren Anteilseignern eine Mehrheitsbeteiligung von insgesamt 70,75 Prozent an dem Spezialisten für Elektrolytzusätze.