Ein Kurssturz von 15,5 Prozent an nur einem Handelstag, Anleiherenditen nahe 15 Prozent: CoreWeave steht im Zentrum der wachsenden Sorge, ob sich der KI-Ausbau auf Pump noch rechnet. Die Nervosität hat inzwischen die Börsen in Asien erfasst.
Anleihen als Warnsignal
Auslöser waren überraschend hohe US-Verbraucherpreise. Die Inflation lag im September bei 3,7 Prozent, erwartet worden waren 3,6 Prozent. Am Terminmarkt stieg daraufhin die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed Ende Oktober.
Das trifft Unternehmen mit hoher Verschuldung zuerst. Die CoreWeave-Anleihe mit 9,625 Prozent Kupon und Laufzeit bis 2032 rentiert inzwischen mit 14,8 Prozent. S&P stuft den KI-Cloud-Anbieter mit B+ ein, also im spekulativen Bereich. Investor Chamath Palihapitiya machte die 15-Prozent-Marke öffentlich, Elon Musk kommentierte sie knapp mit „yikes“.
Vorstandschef Mike Intrator hält dagegen: Der Auftragsbestand decke sämtliche Schuldenverpflichtungen mehr als ab. Das trägt, solange Kunden zahlen und Rechenzentren pünktlich ans Netz gehen. Marktteilnehmer stellen derzeit weniger die Nachfrage nach KI infrage als deren Finanzierungskosten.
Ausverkauf greift um sich
Der Druck blieb nicht auf eine Aktie beschränkt. Nebius verlor zehn Prozent, Oracle fast neun Prozent, Dell rund elf Prozent. Bei Dell kam eine Abstufung durch Barclays hinzu.
In Asien setzte sich die Bewegung fort. Der südkoreanische Kospi lag zeitweise 8,6 Prozent im Minus, Samsung und SK Hynix büßten mehr als neun Prozent ein. Der Nikkei 225 gab im späten Handel fast fünf Prozent nach.
Eine Analystin von Vantage Global Prime nannte die Finanzierungsprobleme von CoreWeave und die steigende Inflation als Treiber der Sorgen um die Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben. Zuvor hatte bereits Broadcom-Chef Hock Tan vor Finanzierungsproblemen beim KI-Ausbau gewarnt.
Wie dicht der Kapitalmarkt für KI-Konzerne inzwischen belegt ist, zeigt eine Zahl: Alphabet, Amazon, Meta und Oracle haben dieses Jahr mehr als 228 Milliarden Dollar an Anleihen platziert, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025.
Charttechnik und Termine
CoreWeave schloss gestern bei 65,78 Dollar, nachbörslich ging es bis auf 61,87 Dollar zurück. Die Unterstützung liegt beim 52-Wochen-Tief vom August bei 60,55 Dollar. Die Zone zwischen 60 und 65 Dollar hielt in den vergangenen Monaten mehrfach. Fällt sie, rückt die untere Trendlinie bei rund 56 Dollar in den Blick.
Nach oben bildet die Kurslücke bis 77,81 Dollar den ersten Widerstand, darüber warten 50- und 200-Tage-Linie zwischen 88 und 93 Dollar. Die nächsten Belastungsproben stehen fest im Kalender: die Fed-Entscheidung am 28. Oktober und die Quartalszahlen von CoreWeave, die voraussichtlich Mitte November erscheinen.
Stand heute, 15. Oktober: CoreWeave – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in CoreWeave investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 15. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

