Corning erlebte am Freitag einen herben Rücksetzer. Während das Unternehmen operativ auf Kurs bleibt, riss die allgemeine Panik im Technologiesektor die Aktie mit in die Tiefe. Das Papier schloss bei 154,16 Euro — ein Minus von 9,54 Prozent.
Makro-Daten belasten Tech-Sektor
Der Halbleitersektor verlor binnen Stunden über 1,3 Billionen Dollar an Marktwert. Auslöser waren neue US-Arbeitsmarktdaten. Mit 172.000 neuen Stellen im Mai fielen diese stärker aus als erwartet.
Höhere Anleiherenditen dämpften sofort die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete daraufhin seinen stärksten Tagesverlust seit März 2020. Corning geriet als Zulieferer für Tech-Infrastruktur in diesen Sog.
Operativ lieferte der Konzern zuletzt ab. Der Umsatz im ersten Quartal stieg um 18,1 Prozent auf 4,35 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,70 Dollar über den Erwartungen.
Wachstumspfade und Dividende
Bis Ende 2026 peilt das Management einen Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar an. Langfristig soll dieser Wert bis 2030 auf 40 Milliarden Dollar steigen. Der Fokus liegt dabei auf Glaslösungen für KI-Rechenzentren und die Automobilindustrie.
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Für das laufende zweite Quartal erwartet der Vorstand einen Gewinn zwischen 0,73 und 0,77 Dollar je Aktie. Parallel dazu treibt Corning den Einsatz von Gorilla Glass zur Gewichtsreduzierung bei Fahrzeugen voran.
Aktionäre erhalten am 29. Juni eine Dividende von 0,28 Dollar. Trotz des jüngsten Kurssturzes notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch immer rund 99 Prozent im Plus.
Die Analysten von UBS hoben ihr Kursziel jüngst auf 228 Euro an. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 47,5 aktuell im neutralen Bereich. Der jüngste Rücksetzer hat die Aktie rund 15 Prozent unter ihr 52-Wochen-Hoch gedrückt. Die fundamentale Strategie bleibt intakt, allerdings dominiert die Marktsentiment-Korrektur kurzfristig das Geschehen.
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