CoStar hebt seine Prognose für den US-Büromarkt an und liefert zugleich Daten aus London, die ein enges Angebot im Premiumsegment zeigen. Beide Analysen stammen aus dem Research-Geschäft des Konzerns, dessen Daten und Einschätzungen für Immobilienprofis zum Kerngeschäft zählen. Das Bild: langsame Erholung in den USA, ausgetrocknetes Spitzensegment in der britischen Hauptstadt.
US-Büros: Leerstand sinkt leicht
Die nationale Leerstandsquote soll zum Jahresende bei 13,6 Prozent liegen, zuvor erwartete CoStar 13,7 Prozent. Die Verbesserung fällt klein aus, die Richtung stimmt. Bei der Nettoabsorption wird die Anhebung deutlicher: Für 2026 rechnet das Haus mit 20 Millionen Quadratfuß, für 2027 mit neun Millionen. Bisher standen 13 beziehungsweise fünf Millionen im Plan.
Auch die Mieten sollen anziehen. In den kommenden Quartalen erwartet CoStar ein Plus von 2,5 Prozent zum Vorjahr, gegen Ende 2027 dann mehr als 3 Prozent.
Phil Mobley, Leiter der Büroanalyse, führt die starke Mietentwicklung trotz hohen Leerstands vor allem auf die stark gebremste Neubautätigkeit zurück. Gefragte Gebäude seien dadurch knapp. Die Risiken seien der Wahrscheinlichkeit nach ausgewogen, das Abwärtsrisiko wirke aber größer.
Hartnäckige Inflation und höhere Zinsen könnten das Wachstum bremsen. Hinzu kommt künstliche Intelligenz: Weitere Produktivitätsgewinne in der Wissensarbeit könnten die Nachfrage nach manchen Beschäftigtengruppen drücken.
London: Nachfrage weicht aus
Im Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt ist die Leerstandsquote für erstklassige Büros auf 2,1 Prozent gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit 15 Jahren. Für ganz Central London liegt der Vergleichswert bei 6,7 Prozent.
Die Knappheit verschiebt die Nachfrage. Auf die City entfallen 2026 bislang mehr als 42 Prozent der Nachfrage nach Vier-Sterne-Büros in Central London, bei Fünf-Sterne-Flächen sind es nur 18 Prozent. Patrick Scanlon, Analyst bei CoStar Europe, spricht von einem Überschwappen in hochwertig sanierte Bestandsflächen.
Die Mieten erreichen neue Höchststände. In den oberen Etagen neuer Türme wie One Leadenhall Street und 8 Bishopsgate wurden bereits mehr als 150 Pfund je Quadratfuß erzielt. In erstklassigen Flächen ohne Turmlage dürften es mehr als 130 Pfund werden.
Einordnung für den Konzern
Für die Aktie liefern die Veröffentlichungen keine unmittelbaren Zahlen. Sie unterstreichen aber die Rolle von CoStar als Datenanbieter, dessen Marktanalysen Branchenstandard sind. Die Prognose-Updates stützen zudem die Nachfrage nach den Informationsprodukten im Gewerbeimmobiliensegment, auch wenn der Konzern längst breiter aufgestellt ist, etwa mit Apartments.com und Homes.com.
Konkrete Marken setzt CoStar selbst: Die US-Mieten sollen bis Ende 2027 über 3 Prozent Wachstum erreichen, die Absorption 2027 neun Millionen Quadratfuß betragen.
Stand heute, 30. Oktober: CoStar – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in CoStar investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

