Coupang wird zum Zankapfel der Weltpolitik. Ein Bericht des US-Justizausschusses wirft Südkorea eine gezielte Schikane-Kampagne gegen den E-Commerce-Riesen vor. In Seoul weist die Regierung diese Anschuldigungen als einseitig zurück.
Diplomatische Spannungen und Trump-Faktor
Die US-Seite spricht von einem beispiellosen Angriff auf amerikanische Unternehmen. Konkret geht es um zahlreiche Ermittlungen nach einem Datenleck im Jahr 2025. Dieser diplomatische Reibungspunkt belastet nun die Handelsbeziehungen zwischen beiden Nationen.
Neue Brisanz bringen Berichte über Handelsaktivitäten im Umfeld von Donald Trump. Seine Investmentmanager handelten in den vergangenen acht Monaten mehrfach mit Coupang-Papieren. Der Wert dieser Positionen liegt bei bis zu 130.000 Dollar.
Regulatorische Hürden in Seoul
In Südkorea wächst parallel dazu der heimische Druck. Die Wettbewerbsbehörde KFTC plant neue Regeln für Lieferplattformen wie Coupang Eats. Kleine Händler sollen künftig gemeinsam über Gebühren und Werbekosten verhandeln dürfen.
Die Maßnahme folgt auf eine Rekordstrafe von rund 410 Millionen Dollar gegen den Konzern. Coupang muss diese Summe voraussichtlich im Ergebnis für das zweite Quartal berücksichtigen. Dennoch zeigt sich die Aktie an der Börse erstaunlich widerstandsfähig.
Erholung an der Börse
Am Freitag schloss das Papier bei 16,39 Euro. Damit liegt die Aktie rund 26 Prozent über ihrem Jahrestief vom Juni. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von fast 16 Prozent.
Der Kurs notiert nun wieder über wichtigen Durchschnittslinien. Die 100-Tage-Linie bei 15,69 Euro wurde dabei erfolgreich überschritten. Mit einem RSI von 61 zeigt der Titel derzeit ein gesundes Momentum.
Spannend wird die Veröffentlichung der Quartalszahlen im August. Der Markt blickt dann vor allem auf die operativen Fortschritte beim Infrastruktur-Projekt „Rocket Delivery“. Weitere diplomatische Reaktionen zwischen Washington und Seoul dürften die Volatilität ebenfalls hochhalten.
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