Der Squeeze-out-Prozess bei Covestro gewinnt an Fahrt. Am 20. März 2026 stellte XRG P.J.S.C. das förmliche Verlangen nach § 327a AktG — der letzte formale Schritt, bevor Minderheitsaktionäre zwangsweise aus dem Unternehmen gedrängt werden.
Die Barabfindung, gutachtlich von PricewaterhouseCoopers ermittelt, liegt bei 59,46 Euro je Aktie. Wer sich an das ursprüngliche Übernahmeangebot von 62 Euro erinnert, stellt fest: Der nun festgesetzte Preis liegt rund 2,54 Euro darunter. Für Minderheitsaktionäre, die seinerzeit nicht angedient haben, ist das ein spürbarer Unterschied.
Delisting im Mai, Squeeze-out folgt
Der Zeitplan ist eng gesteckt. Bereits am 5. Mai 2026 verlässt Covestro den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse. Zuvor hatte der Konzern im Februar den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard beantragt. Der aktienrechtliche Squeeze-out selbst wird erst mit der Eintragung des Übertragungsbeschlusses ins Handelsregister wirksam — dieser soll auf der ordentlichen Hauptversammlung am 19. Mai 2026 beschlossen werden. Danach erhalten verbliebene Aktionäre die Abfindung automatisch ausgezahlt.
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Die Aktie selbst bewegt sich kaum noch. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von unter 4 Prozent pendelt der Kurs nahezu regungslos um die 59 bis 60-Euro-Marke. Der Markt spiegelt damit keine Geschäftsdaten mehr wider — nur noch die Erwartung an die Abfindung.
Schwaches Geschäftsjahr, operative Ambitionen
Das erklärt auch, warum der Abfindungspreis so deutlich unter dem Übernahmepreis liegt. Das Geschäftsjahr 2025 war belastend: Das EBITDA brach um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Sinkende Verkaufspreise, Währungseffekte und strukturelle Überkapazitäten in der globalen Chemieindustrie hinterließen unter dem Strich einen Nettoverlust von 644 Millionen Euro.
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Parallel läuft das Unternehmen weiter. Covestro hat eine Vereinbarung zum Erwerb zweier Produktionsgesellschaften für HDI-Derivate von Vencorex Holding SAS unterzeichnet — mit Standorten in Thailand und den USA. Der Abschluss ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Beim Sparprogramm STRONG wurden bis Ende 2025 bereits 275 Millionen Euro eingespart; das Jahresziel bis 2028 liegt bei 400 Millionen Euro.
Mit dem vollzogenen Squeeze-out endet die Börsengeschichte der ehemaligen Bayer-Tochter. Rund 17.600 Mitarbeiter an 46 Standorten weltweit arbeiten dann vollständig unter der Führung von XRG — der im November 2024 gegründeten Investmentgesellschaft des staatlichen Ölkonzerns aus Abu Dhabi.
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