Nach monatelangem Zittern um die 14,7 Milliarden Euro schwere ADNOC-Übernahme kommt endlich Bewegung in die Sache. Der Ölriese aus Abu Dhabi bereitet entscheidende Zugeständnisse für die EU-Kommission vor – und könnte damit die Blockade durchbrechen. Steht Covestro kurz vor dem finalen Befreiungsschlag?
ADNOC macht den entscheidenden Schritt
Die Lösung des monatelangen Übernahme-Dramas nimmt konkrete Formen an. Laut Bloomberg plant ADNOC bereits kommende Woche ein umfassendes Zugeständnis-Paket bei der Europäischen Kommission einzureichen. Der Knackpunkt: Die ursprünglich geplante Kapitalerhöhung von 1,2 Milliarden Euro soll in ein marktkonformes Gesellschafterdarlehen umgewandelt werden.
Dieser Schachzug könnte die EU-Regulierer zufriedenstellen, die befürchten, dass staatliche Subventionen der Vereinigten Arabischen Emirate ADNOC unfaire Vorteile verschafft haben. Die intensive Verhandlungsrunde folgt dem erfolgreichen Präzedenzfall der Emirates Telecommunications Group, die 2024 nach ähnlichen Zugeständnissen grünes Licht erhielt.
Die wichtigsten geplanten Zugeständnisse im Überblick:
– Verzicht auf unbegrenzte Staatsgarantie
– Umwandlung der Kapitalerhöhung in marktkonformes Darlehen
– Zusicherung zum Verbleib von Technologie und geistigem Eigentum in Europa
– Regelmäßige Compliance-Berichtspflichten
Anleger reagieren mit Optimismus
Die Märkte honorieren die Fortschritte bereits: Die Covestro-Aktie hatte am 11. September mit einem Kurssprung von 5,5 Prozent auf die ersten Zugeständnis-Berichte reagiert – der stärkste Tagesgewinn seit über einem Jahr. Mit einem aktuellen Kurs von 58,12 Euro bewegt sich das Papier nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 60,74 Euro.
Auch institutionelle Investoren positionieren sich neu: Jüngste Stimmrechtsmeldungen zeigen erhöhte Aktivitäten bei JPMorgan Chase, UBS und Morgan Stanley – ein deutliches Zeichen für wachsendes Vertrauen in einen erfolgreichen Transaktionsabschluss.
Entscheidende Wochen stehen bevor
Trotz der positiven Signale bleibt die Zeit knapp. Die ursprünglich für 2. Dezember angesetzte Entscheidungsfrist der EU-Kommission könnte sich durch die laufenden Verhandlungen noch verschieben. ADNOC und Covestro zeigen sich jedoch zuversichtlich, die Mega-Übernahme wie geplant in der zweiten Jahreshälfte abzuschließen.
Für Covestro-Aktionäre steht viel auf dem Spiel: Bei erfolgreichem Abschluss winkt der vereinbarte Übernahmepreis, während ein Scheitern erhebliche Kurskorrekturen zur Folge hätte. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Durchbruch tatsächlich gelingt.
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