Die Ära Covestro am Aktienmarkt steuert unaufhaltsam auf ihr Finale zu. Während der neue Großaktionär XRG den vollständigen Rückzug durchdrückt, legt der Polymerhersteller eine Bilanz vor, die die Schwere der aktuellen Branchenkrise unterstreicht. Für die verbliebenen Kleinaktionäre ist das operative Geschäft jedoch fast schon Nebensache – der Blick richtet sich nur noch auf die Abfindungskonditionen.
Der Squeeze-out naht
Die Weichen für den Abschied sind endgültig gestellt. Nachdem der Staatsfonds XRG zusammen mit seiner Tochtergesellschaft ADNOC International mittlerweile 95,1 Prozent der Anteile hält, wurde die rechtliche Schwelle für einen Squeeze-out überschritten. Das Unternehmen plant, die verbliebenen Minderheitsaktionäre auf der diesjährigen Hauptversammlung gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen.
Der Rückzug vollzieht sich bereits schrittweise: Seit Anfang Februar notiert die Aktie nur noch im General Standard, was die Berichtspflichten deutlich reduziert. Der aktuelle Kurs von 60,12 Euro spiegelt dabei kaum noch die operative Entwicklung wider, sondern pegelt sich auf das zu erwartende Abfindungsangebot ein. Die Volatilität ist mit annualisiert unter 3 Prozent fast vollständig aus dem Handel gewichen.
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Tiefrote Zahlen und Dividenden-Nullrunde
Wie notwendig die strategische Neuaufstellung unter dem Dach eines starken Eigentümers ist, zeigen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Die anhaltende Schwäche der globalen Konjunktur und massive Überkapazitäten im Chemiemarkt haben tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Umsatz schrumpfte um fast 9 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro.
Noch drastischer fiel der Einbruch beim operativen Ergebnis aus: Das EBITDA sackte um rund 30 Prozent auf 740 Millionen Euro ab. Unter dem Strich steht ein massiver Konzernverlust von 644 Millionen Euro. Als direkte Konsequenz streicht das Management die Dividende erneut komplett. Auch der Free Operating Cash Flow rutschte mit minus 283 Millionen Euro in den negativen Bereich, was die angespannte finanzielle Lage verdeutlicht.
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Um gegenzusteuern, treibt Covestro sein Sparprogramm „STRONG“ voran. Bis Ende 2025 wurden bereits Kosten in Höhe von 275 Millionen Euro eingespart. Langfristig sollen durch Effizienzmaßnahmen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz jährlich 400 Millionen Euro gesichert werden. Gleichzeitig wird das Management neu sortiert: CEO Markus Steilemann wird nach Ablauf seines Vertrages 2028 ausscheiden – ein weiteres Zeichen für den Übergang von einer unabhängigen AG zu einer Konzerntochter.
Das letzte Kapitel für Anleger
Operativ rechnet Covestro auch für 2026 mit Gegenwind und erwartet ein Ergebnis lediglich auf Vorjahresniveau. Eine schnelle Erholung der Nachfrage ist nicht in Sicht. Dennoch investiert der Konzern selektiv weiter, etwa durch den Zukauf von Produktionsstandorten in Thailand und Texas, um das Netzwerk für Spezialchemikalien zu stärken.
Für die wenigen verbliebenen Anleger spielen diese Zukunftsszenarien jedoch kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist einzig die Höhe der Barabfindung, die im Zuge des Squeeze-out-Verfahrens festgelegt wird. Sobald der Beschluss gefasst und im Handelsregister eingetragen ist, gehen alle restlichen Aktien automatisch auf XRG über und die Börsennotierung von Covestro erlischt endgültig.
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