Der Abschied vom Kapitalmarkt ist bei Covestro nur noch Formsache. Nachdem die ADNOC-Tochter XRG die Schwelle von 95,1 Prozent der Anteile überschritten hat, läuft das Squeeze-out-Verfahren nach festem Fahrplan — der finale Beschluss fällt auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026.
Der Aktienkurs spiegelt das wider: Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von unter drei Prozent und einem Kurs nahe dem 52-Wochen-Hoch orientiert sich das Papier längst nicht mehr an Geschäftszahlen, sondern ausschließlich an der erwarteten Barabfindung. Die Höhe ermittelt derzeit ein unabhängiger Prüfer.
Operativ unter Druck, strategisch im Umbau
Das Geschäftsjahr 2025 verlief schwierig. Das EBITDA brach um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Sinkende Verkaufspreise und strukturelle Überkapazitäten belasten den Konzern. Aktionäre erhalten im vierten Jahr in Folge keine Dividende — und der Ausblick für 2026 verspricht lediglich ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des schwachen Vorjahres.
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Mit dem Sparprogramm „STRONG“ hat Covestro bis Ende 2025 rund 275 Millionen Euro eingespart, Ziel sind 400 Millionen Euro bis 2028. Parallel übernimmt das Unternehmen zwei Produktionsstandorte für HDI-Derivate von Vencorex in Thailand und Texas — ein Zukauf, der in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden soll.
Führungswechsel und Technologieprojekte
Zusätzliche Bewegung bringt der Umbau an der Führungsspitze: CEO Markus Steilemann strebt keine Vertragsverlängerung an, CFO Christian Baier verlässt das Unternehmen im September. Der Aufsichtsrat muss beide Positionen neu besetzen.
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Trotz des bevorstehenden Delistings investiert Covestro weiter in Zukunftstechnologien. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut UMSICHT wurde ein Vertrag zum Betrieb einer Pilotanlage für die sogenannte Smart-Pyrolyse unterzeichnet. Das Verfahren wandelt Polyurethan-Hartschaum-Abfälle in Re-Anilin für die MDI-Produktion um — bei einem bis zu 40 Prozent niedrigeren CO₂-Fußabdruck gegenüber konventionellen Produktionswegen. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 2.000 Tonnen soll bis 2028 in Betrieb gehen.
Mit dem Vollzug des Squeeze-outs endet die Börsengeschichte des ehemaligen Bayer-Konzernteils. Covestro operiert dann vollständig unter der Eigentümerschaft von ADNOC — für den staatlichen Ölkonzern aus Abu Dhabi ist die Übernahme die bislang größte Akquisition seiner Geschichte.
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