Der Abschied von der Börse ist besiegelt. XRG, die Tochtergesellschaft des Abu Dhabi-Ölkonzerns ADNOC, hält bereits mehr als 95 Prozent der Anteile an Covestro und hat damit die gesetzliche Schwelle für einen Zwangsausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre überschritten. Am 19. Mai 2026 soll die Hauptversammlung den Squeeze-out formell beschließen.
Kurs im Wartezustand
Was an der Börse derzeit zu beobachten ist, hat wenig mit klassischem Marktgeschehen zu tun. Die Aktie pendelt nahezu regungslos um die 60-Euro-Marke — eine Folge der faktisch ausgesetzten Marktkräfte. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von lediglich 2,82 Prozent spiegelt der Kurs keine Geschäftsdaten mehr wider, sondern einzig die Erwartung an die Barabfindung, die ein unabhängiger Prüfer noch festlegen muss. Für verbliebene Anteilseigner ist das die einzige relevante Zahl — deren Höhe steht noch aus.
Der schrittweise Rückzug läuft bereits: Seit dem 5. Februar 2026 ist Covestro nur noch im General Standard gelistet, mit entsprechend reduzierten Berichtspflichten. Mit Ablauf des 5. Mai 2026 endet zudem die Zulassung zum regulierten Markt vollständig.
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Schwierige operative Lage
Das Geschäftsjahr 2025 lieferte ein belastendes Bild. Das operative Ergebnis (EBITDA) brach um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Als Ursachen nennt das Unternehmen sinkende Verkaufspreise, Währungseffekte und strukturelle Überkapazitäten in der globalen Chemieindustrie. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro. Dividenden erhalten Aktionäre damit im vierten Jahr in Folge nicht. Für 2026 rechnet das Management lediglich mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau.
Parallel steht Covestro vor einem Führungswechsel: CEO Markus Steilemann wird seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern, Finanzvorstand Christian Baier verlässt das Unternehmen bereits im September. Der Aufsichtsrat muss beide Positionen neu besetzen.
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Umbau läuft trotzdem weiter
Ungeachtet des nahenden Delistings treibt Covestro mehrere strategische Projekte voran. Das Sparprogramm STRONG hat bis Ende 2025 rund 275 Millionen Euro eingespart; bis 2028 sollen es jährlich 400 Millionen Euro sein. Zudem übernimmt das Unternehmen zwei Produktionsstandorte für HDI-Derivate von Vencorex in Thailand und Texas — der Abschluss ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut UMSICHT betreibt Covestro ab 2028 eine Pilotanlage für chemisches Recycling von Polyurethan-Hartschaum-Abfällen.
Mit der Eintragung des Squeeze-out-Beschlusses ins Handelsregister gehen alle verbliebenen Aktien gegen die festgelegte Barabfindung an XRG über. Was der unabhängige Prüfer als fairen Wert ansetzt, entscheidet darüber, ob Minderheitsaktionäre den Abgang mit einem akzeptablen Ergebnis verlassen — oder nicht.
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