Die französische Großbank Crédit Agricole hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick enttäuschen. Im vierten Quartal sackte der Gewinn um 39 Prozent auf 1,025 Milliarden Euro ab. Verantwortlich dafür: die italienische Expansion, die kurzfristig teuer zu stehen kommt.
Der Hauptgrund für den Gewinneinbruch liegt in der Beteiligung an der italienischen Banco BPM. Als die Franzosen ihre Beteiligung auf über 20 Prozent aufstockten, mussten sie erstmals konsolidieren – mit einem satten Einmaleffekt von 607 Millionen Euro, der direkt auf das Ergebnis drückte. Hinzu kommen die Kosten für den Umbau der italienischen Tochtergesellschaft Crédit Agricole Italia. Bankchef Olivier Gavalda gibt sich kämpferisch: „Wir haben sehr ehrgeizige eigenständige Ziele für Crédit Agricole Italia.“ Die Verwaltungskosten sollen deutlich sinken – doch das kostet zunächst Geld.
Wird Italien zum Erfolgsmodell?
Die Frage, ob Crédit Agricole ihren Anteil an Banco BPM weiter erhöhen wird, lässt Gavalda bewusst offen. Derzeit sei das kein Thema, betont er. Doch die Bank kalkuliert bereits mit den künftigen Erträgen: Ab 2026 soll Banco BPM rund 100 Millionen Euro pro Quartal beisteuern – also etwa 400 Millionen Euro jährlich. Das würde die Einmalbelastung mittelfristig rechtfertigen.
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Im Gesamtjahr 2025 blieb der Gewinn mit 7,07 Milliarden Euro nahezu stabil gegenüber dem Vorjahr. Die Erträge kletterten um 3,3 Prozent auf ein Rekordniveau von 28,08 Milliarden Euro. Allerdings stiegen auch die Betriebskosten um knapp fünf Prozent, und die Bank musste mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zurücklegen. Die Aufwand-Ertrags-Relation verschlechterte sich auf 55,7 Prozent.
Solide Kapitalbasis trotz Belastungen
Trotz der Gewinnbelastungen zeigt sich die Bank kapitalseitig robust. Die harte Kernkapitalquote (CET1) der Crédit Agricole Group liegt bei 17,4 Prozent – ein Polster von 7,6 Prozentpunkten über den regulatorischen Anforderungen. Das ist der höchste Wert unter den europäischen systemrelevanten Banken. Die Liquiditätsquote steht bei 141 Prozent, deutlich über der geforderten Mindestmarke von 100 Prozent.
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Für 2025 schlugen die Kreditrisikokosten mit 629 Millionen Euro im vierten Quartal zu Buche, ein Anstieg von 5,9 Prozent. Die Quote notleidender Kredite blieb jedoch stabil bei 2,4 Prozent. Die Eigenkapitalrendite lag unverändert bei 13,5 Prozent.
Aktionäre dürfen sich dennoch freuen: Die Dividende soll um drei Prozent auf 1,13 Euro je Aktie steigen. Das Management signalisiert damit Vertrauen, dass die Italien-Belastungen nur ein temporärer Effekt sind – und die Strategie langfristig aufgeht.
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