CSG hat seine Position im europäischen Rüstungsgeschäft mit einer Reihe neuer Aufträge untermauert. Vor gut drei Wochen schloss die polnische Tochter CSG Polska einen Vertrag mit Dezamet S.A., einer Tochter der Polska Grupa Zbrojeniowa, über mehr als 100 Millionen Euro für die Lieferung pyrotechnischer Komponenten und Baugruppen für Zünder von 155-mm-Artilleriemunition.

Seit Bekanntwerden legte die Aktie um 2,9 Prozent zu. Die Vereinbarung war bereits Ende Juli unterschrieben worden, wurde aber erst später offiziell gemeldet.

Der Auftrag reiht sich in eine dichte Folge von Vertragsmeldungen ein, die den Rüstungskonzern in den vergangenen Wochen begleitet haben – von Brückenleger-Fahrzeugen für Kunden in Europa, dem Nahen Osten und Südostasien über Munitionslieferungen an die nordische Polizei bis zu Chassis-Lieferungen für taktische Fahrzeuge nach Polen.

Der Dezamet-Vertrag zeigt dabei eine andere Facette des Geschäfts: Statt kompletter Systeme liefert CSG hier hochspezialisierte Zünder-Komponenten, ein Bereich, in dem europäische Streitkräfte angesichts des anhaltenden Munitionsbedarfs auf zusätzliche Kapazitäten setzen.

Halbjahreszahlen bestätigen Wachstumskurs

Der Auftrag fällt in eine Phase, in der CSG mit robusten Geschäftszahlen aufwartet. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte der Konzern den Umsatz um 17,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, das operative EBIT kletterte um 13 Prozent auf 784 Millionen Euro. Die EBIT-Marge lag mit 24,1 Prozent innerhalb der Zielspanne.

Besonders auffällig: Der Bereich Land Systems verdoppelte seinen Umsatz auf 445 Millionen Euro und stellt inzwischen 46 Prozent des Auftragsbestands von 17 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank der Anteil des Ukraine-Geschäfts am Gesamtumsatz von 27 auf 17 Prozent – ein Hinweis darauf, dass CSG seine Erlösbasis zunehmend über andere Märkte diversifiziert.

Für das Gesamtjahr bestätigte das Management die Prognose von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro Umsatz bei einer EBIT-Marge zwischen 24 und 25 Prozent. Zusätzlich stellte der Konzern für das zweite Halbjahr eine Freisetzung von 1,5 Milliarden Euro Working Capital in Aussicht, was der Bilanz weiteren Spielraum verschaffen dürfte.

Refinanzierung senkt Finanzierungskosten

Parallel zu den operativen Fortschritten hat CSG seine Finanzierungsstruktur neu aufgestellt. Der Konzern refinanzierte seine vorrangigen Kreditlinien, senkte dabei die Fremdkapitalkosten um 125 bis 150 Basispunkte und verlängerte die Laufzeit auf sechs Jahre. Damit verschafft sich das Unternehmen mehr finanziellen Spielraum, um das rasante Auftragswachstum – getragen von Rüstungsprogrammen in ganz Europa – auch operativ zu stemmen.

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Nachrichtenlage in einer spürbaren Erholung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 19,11 Euro und liegt damit 19 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 16,09 Euro.

Von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 36,05 Euro Ende Januar ist das Papier zwar noch 47 Prozent entfernt, seit dem Jahrestief im Juni bei 12,20 Euro hat sich der Kurs jedoch bereits deutlich erholt. Die Kombination aus Auftragsserie, bestätigter Guidance und günstigerer Finanzierung liefert damit die fundamentale Basis für die jüngste Kursbewegung.