Volle Auftragsbücher, eine riesige Messepräsenz, aber ein kollabierender Aktienkurs. Bei der Czechoslovak Group (CSG) klaffen operatives Geschäft und Börsenrealität weit auseinander. Während der Rüstungskonzern auf der Leitmesse Eurosatory in Paris auftrumpfen will, flüchten die Anleger. Die Papiere weiteten ihre jüngsten Verluste am Freitag um 2,33 Prozent auf 14,48 Euro aus.

Weltpremieren in Paris

Ab dem 15. Juni blickt die Rüstungswelt nach Frankreich. CSG belegt auf der Messe eine der größten Ausstellungsflächen. Der Konzern präsentiert dort gleich mehrere Neuentwicklungen. Im Mittelpunkt stehen das gepanzerte Fahrzeug Tadeas von Tatra Defence sowie der Kampfpanzer Karpat. Letzteren hat das Unternehmen gemeinsam mit dem türkischen Partner FNSS entwickelt.

Auch die Munitionssparte zeigt Präsenz. Marken wie Fiocchi und Federal demonstrieren die hohe Fertigungstiefe des Konzerns. Diese reicht von Radarsystemen bis hin zu großkalibriger Munition.

Rekordaufträge treffen auf Skepsis

CEO Michal Strnad positioniert CSG als verlässlichen Lieferanten für die NATO. Europa bleibt dabei der wichtigste Heimatmarkt. Die Strategie spiegelt sich in den Büchern wider. Im ersten Quartal 2026 türmte sich der Auftragsbestand auf satte 17 Milliarden Euro auf.

An der Börse verpufft diese Stärke völlig. Seit dem Börsengang im Januar 2026 kennt der Kurs nur eine Richtung. Die Folge: Vom damaligen Rekordhoch bei 36,05 Euro ist das Papier mittlerweile fast 60 Prozent entfernt.

Der technische Abwärtstrend ist massiv. Aktuell notiert die Aktie 22 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Ein RSI-Wert von 32 signalisiert einen stark überverkauften Zustand.

Vorwürfe belasten das Sentiment

Der Kursverfall hat einen konkreten Auslöser. Recherchen des Netzwerks „Follow the Money“ belasten die Stimmung schwer. Dabei geht es um Vorwürfe gegen die spanische Tochtergesellschaft Fabrica de Municiones de Granada. Im Zentrum stehen angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Zusammenarbeit mit NATO-Beschaffungsbehörden.

CSG weist sämtliche Anschuldigungen strikt zurück. Das Management betont die vollständige Transparenz aller Finanzberichte. Die anstehende Messe in Paris bietet nun die Chance, den Fokus wieder auf das operative Geschäft zu lenken.

Der nächste harte Faktencheck steht bereits im Kalender. Am 7. August 2026 präsentiert das Unternehmen seine Halbjahreszahlen. Dann muss das Management beweisen, wie viel Profitabilität wirklich in dem gewaltigen Auftragsbestand steckt.