CSG Aktie: Angebot für KNDS-Mehrheit eingereicht

Trotz massiver Kursverluste hält CSG-Eigentümer Strnad an seiner Strategie fest und investiert in neue Technologien.

CSG Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurs nach Shortseller-Bericht eingebrochen
  • Eigentümer weist Vorwürfe zurück
  • Einstieg in Drohnenabwehr-Technologie
  • Milliardenangebot für Panzerbauer KNDS

Starke Nachfrage, schwache Kurse— bei der Czechoslovak Group (CSG) klaffen Realität und Stimmung an der Börse auseinander. Seit dem Börsengang im Januar hat die Aktie massiv an Wert verloren. Nun geht Eigentümer Michal Strnad in die Offensive. Er bezeichnet den aktuellen Kurs als deutliche Unterbewertung und will das Vertrauen der Investoren mit neuen Deals zurückgewinnen.

Der tschechische Rüstungskonzern leidet unter einem kritischen Bericht des Shortsellers Hunterbrook. Im vergangenen Monat brach der Kurs um rund 25 Prozent ein. Aktuell notiert das Papier bei 16,25 Euro. Vom ursprünglichen Ausgabepreis ist der zweitgrößte europäische Munitionsproduzent damit weit entfernt.

Strnad wies die Vorwürfe mangelnder Kapazitäten und angeblicher Russland-Verbindungen am Donnerstag scharf zurück. Er verwies auf den Zuschlag des US-Militärs für einen großen Artilleriekomplex in Iowa. Eine solche Partnerschaft wäre bei fragwürdigen Verbindungen ausgeschlossen. Der Umsatz der Gruppe hat sich seit 2022 versechsfacht.

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Expansion in die Drohnenabwehr

Parallel dazu treibt das Management die technologische Expansion voran. Der konzerneigene Risikokapitalfonds Tech Horizons investiert in das kanadische Unternehmen North Vector Dynamics (NVD). Die Firma entwickelt Luftverteidigungssysteme gegen günstige Drohnen. Ziel ist es, wirtschaftliche Alternativen zum Einsatz teurer Raketen zu schaffen.

Dieser Schritt passt zur Strategie, das Portfolio in Richtung High-Tech-Elektronik und autonome Plattformen zu diversifizieren. Der Markt für Drohnenabwehr wächst rasant. Branchenschätzungen zufolge dürfte das Volumen bis zum Ende des Jahrzehnts die Marke von 20 Milliarden US-Dollar übersteigen.

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Milliardenschweres Interesse an KNDS

Für Aufsehen sorgt indes ein möglicher Einstieg bei KNDS, dem deutsch-französischen Hersteller der Leopard-Panzer. CSG hat der Bode-Wegmann-Familie ein Angebot für deren 50-Prozent-Anteil unterbreitet. Die Offerte besteht größtenteils aus Barmitteln. KNDS plant für Anfang Juli 2026 einen Börsengang. Die angestrebte Bewertung liegt im zweistelligen Milliardenbereich.

Analysten von Jefferies bewerten eine erfolgreiche Übernahme dieses Pakets als schwierig. Sie verweisen auf die strategische Bedeutung des Panzerbauers für die Regierungen in Berlin und Paris. Allerdings bestehen bereits enge industrielle Bindungen. CSG liefert Fahrgestelle für das Caesar-Artilleriesystem und produziert Wannen für den Leopard-Panzer.

Strnad hält trotz der Kursverluste an seiner Strategie fest und schließt den Verkauf eigener Aktien aus. Das Unternehmen prüft derzeit weitere Übernahmen in Europa und den Vereinigten Staaten. Mit dem frischen Kapital aus dem Börsengang will CSG seine Position in den westlichen Lieferketten weiter ausbauen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.