CSG meldet volle Auftragsbücher und bestätigt die Jahresziele. An der Börse stürzt der Rüstungskonzern trotzdem ab. Deutschland stoppt ein wichtiges Rüstungsprojekt und zieht damit den gesamten europäischen Sektor nach unten. Die Folge: massiver Verkaufsdruck. Die CSG-Papiere fielen am Donnerstag um knapp vier Prozent auf 12,43 Euro.

Damit notiert der Titel nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief. In den vergangenen Wochen verlor das Papier rund 34 Prozent an Wert. Der Abstand zum Rekordhoch klafft mittlerweile auf über 65 Prozent.

Sektorweite Schockwelle

Auslöser für den Kursrutsch ist eine Entscheidung aus Berlin. Das deutsche Verteidigungsministerium beendet das F126-Fregattenprogramm. Massive Verzögerungen und explodierende Kosten zwangen die Behörde zum Handeln. Ursprünglich plante der Bund mit rund zehn Milliarden Euro für sechs Schiffe. Ein neuer Generalunternehmer hätte die Kosten auf über 18 Milliarden Euro getrieben.

Stattdessen will Deutschland nun acht MEKO-Fregatten für die U-Boot-Jagd beschaffen. Die ersten vier Schiffe kosten voraussichtlich 6,3 Milliarden Euro. Dieser plötzliche Strategiewechsel verunsichert Investoren massiv. Marktbeobachter zweifeln an der Zuverlässigkeit europäischer Beschaffungspläne. Rheinmetall, Hensoldt und BAE Systems gaben ebenfalls deutlich nach.

Diskrepanz zur Realität

Das operative Geschäft von CSG läuft völlig anders, als der Aktienkurs vermuten lässt. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf gut 1,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg auf 372 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf beachtliche 17 Milliarden Euro an.

Das Management hält an seiner Prognose fest. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand Erlöse von bis zu 7,6 Milliarden Euro. Die operative Marge soll bei rund 24 Prozent liegen. Vor allem das US-Munitionsgeschäft treibt das Wachstum an.

Technische Lage spitzt sich zu

Die Charttechnik signalisiert höchste Gefahr. Der Kurs liegt weit unter der 50-Tage-Linie von 16,88 Euro. Ein RSI-Wert von 26 zeigt eine stark überverkaufte Situation an. Die hohe Volatilität deutet auf anhaltende Turbulenzen hin. Solange die Unsicherheit über europäische Rüstungsbudgets anhält, bleibt die Aktie stark anfällig für weitere Rücksetzer.