Neue Büros in Washington, ein erfahrener Rüstungsmanager als Führungskraft — und trotzdem fällt die Aktie. Bei Czechoslovak Group klafft gerade eine deutliche Lücke zwischen strategischer Ambition und Marktreaktion.
Jacobs soll US-Geschäft aufbauen
CSG hat David Jacobs zum Präsidenten von CSG Defense North America ernannt. Er leitet ein neues Büro in Washington D.C. und soll dort Beziehungen zur US-Rüstungsindustrie, zur Regierung und zur Investorengemeinschaft aufbauen.
Jacobs bringt direkt relevante Erfahrung mit. Er verbrachte mehr als 15 Jahre bei Northrop Grumman und Raytheon, zuletzt als Vice President für Unternehmensstrategie und M&A bei Northrop Grumman. Davor arbeitete er ein Jahrzehnt im Investmentbanking bei Merrill Lynch und schloss mehr als 60 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von über 200 Milliarden Dollar ab.
Seine Aufgaben bei CSG sind klar definiert: strategische Ausrichtung des Nordamerikageschäfts, Führung von M&A-Aktivitäten und Aufbau von Kontakten auf Entscheiderebene. Er koordiniert dabei mit den Prager Rüstungssparten sowie den US-Töchtern MSM North America und CSE USA.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Die strategische Logik ist nachvollziehbar. CSG hat bereits einen Fuß in der Tür: MSM Group North America erhielt im vergangenen Jahr einen US-Army-Auftrag zum Bau einer 155-mm-Artilleriemunitionsanlage im Iowa Army Ammunition Plant.
Das operative Fundament ist solide. Im ersten Quartal 2026 erzielte CSG einen Umsatz von 1,544 Milliarden Euro — ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand kletterte um 15,1 Prozent auf 17 Milliarden Euro. Das operative EBIT stieg um 8,7 Prozent auf 372 Millionen Euro bei einer Marge von 24,1 Prozent. Die Jahresprognose bestätigte das Unternehmen.
Der Markt reagiert dennoch mit Verkäufen. Die Aktie notiert bei 12,25 Euro — rund 66 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor der Kurs mehr als 31 Prozent. Mit einem RSI von 25 signalisiert die Aktie technisch überverkaufte Territorien, ohne dass bislang eine Gegenbewegung einsetzt.
August als nächster Prüfstein
Kein Wunder, dass Investoren skeptisch bleiben. Eine Personalentscheidung und ein Büro in Washington sind noch keine Aufträge. Der Markt wartet auf Belege, dass die US-Expansion tatsächlich in Umsatz und Margen ankommt.
Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert CSG am 7. August 2026 mit den Halbjahreszahlen. Dann wird sich zeigen, ob die Nordamerika-Strategie bereits messbare Spuren in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung hinterlässt — oder ob der Kursverfall bis dahin weiter anhält.
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