Der Rüstungskonzern CSG will weg vom reinen Munitionshersteller und hin zum Hightech-Lieferanten. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentiert das Unternehmen ab dem 15. Juni sein komplettes Elektronik-Arsenal. Die Börse reagiert bisher eiskalt.
Software und Radare im Fokus
Der Schwerpunkt in Paris liegt auf komplexen Systemen. Die Tochtergesellschaft Eldis Pardubice zeigt neue Flughafenradare. Dazu gehören ein 3D-Überwachungsradar und ein Präzisionsanflugradar. Beide Anlagen steuern ihre Prozesse komplett über Software. Das senkt den Wartungsaufwand erheblich. Parallel dazu stellt AviaNera Technologies kompakte Triebwerke vor. Diese treiben moderne Marschflugkörper und Antischiffsraketen an.
Auch die Luftverteidigung bekommt ein Update. Das Tochterunternehmen Retia bringt ein neues Kommandozentrum auf die Messe. Dieses mobile System koordiniert Sensoren und Abwehrwaffen in Echtzeit. Es passt in einen Standardcontainer auf einem Tatra-Fahrzeug. Hinzu kommt Software mit künstlicher Intelligenz. Die Anwendung erkennt und verfolgt feindliche Drohnen automatisch. Ein weiteres System übernimmt die autonome Navigation für Bodenfahrzeuge.
Aktie im freien Fall
Das klassische Munitionsgeschäft bleibt ein wichtiges Standbein. CSG zeigt weiterhin Panzer- und Artilleriegeschosse nach NATO-Standard. Die Folge: ein deutlich breiteres Portfolio. An der Börse verpufft diese Botschaft bislang komplett.
Die Aktie notiert aktuell bei 14,38 Euro. Das entspricht einem massiven Absturz. Vom Jahreshoch im Januar bei rund 36 Euro hat das Papier 60 Prozent eingebüßt. Der RSI-Wert von 29 signalisiert eine stark überverkaufte Aktie. Kurzfristig verlor der Titel im letzten Monat weitere zehn Prozent.
Investoren schätzen zwar das breite Technologieangebot. Radare und KI-Systeme treffen exakt den Nerv europäischer Beschaffungsprogramme. Aber Messeauftritte bringen keine direkten Umsätze. Die aktuelle Mitteilung enthält weder neue Auftragsvolumina noch angehobene Prognosen. Ohne unterschriebene Verträge oder konkrete Produktionsziele wird sich der massive Abwärtstrend kaum stoppen lassen.
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