Czechoslovak Group meldet einen neuen Standort in den USA. Für Anleger ist das die Bestätigung eines Trends: Der Rüstungskonzern baut sein US-Geschäft massiv aus, und die Aktie profitiert davon.
Am Donnerstag kostete das Papier 16,18 Euro, ein Plus von 0,31 Prozent. Auf Wochen- und Monatssicht steht CSG nun jeweils rund 17 Prozent im Plus. Der Kurs liegt damit gut 7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 15,16 Euro – ein Signal für den kurzfristigen Aufwärtstrend.
Neue Fabrik in Wisconsin
CSG will in Stevens Point, Wisconsin, eine Serienproduktion für Strahltriebwerke aufbauen. Zielgruppe sind Drohnen, unbemannte Systeme und Präzisionswaffen. Die Fertigung übernimmt Firecrest Aerospace, ein neues Joint Venture aus CSE USA und AviaNera Technologies – beide gehören zu CSG.
Das Werk soll Turbojet- und Turbofan-Triebwerke für unbemannte Luftfahrzeuge, Präzisionswaffensysteme und Loitering Munitions herstellen. Damit erweitert CSG über AviaNera Technologies eine internationale Fertigungsplattform für Antriebssysteme. Die Verbindung: Forschung und Entwicklung sitzen in Serbien, produziert wird künftig auch in den USA, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Ein wichtiger Baustein für AviaNera war zuvor die Mehrheitsübernahme des serbischen Unternehmens MUST Solutions mit Sitz in Belgrad.
Spatenstich in Iowa, neue Landsysteme-Tochter
Kurz vor der Wisconsin-Ankündigung feierte CSG bereits einen anderen Meilenstein. Über die US-Tochter MSM North America startete der Konzern den Bau des Future Artillery Complex auf dem Gelände des Iowa Army Ammunition Plant. Das Projekt zählt zu den bedeutendsten Modernisierungsvorhaben der US-Armee für großkalibrige Munition.
Bei der Zeremonie war auch CSG-Chef und Verwaltungsratsvorsitzender Michal Strnad anwesend. Grundlage ist ein 2025 vergebener Auftrag der US-Armee an MSM North America, mit einem Volumen von bis zu 632 Millionen US-Dollar für Design, Bau und Inbetriebnahme der Anlage.
CSG beschäftigt in den USA bereits mehr als 4.000 Mitarbeiter, vor allem über The Kinetic Group, einen der führenden amerikanischen Hersteller von Kleinkalibermunition. Dazu kommt jetzt eine weitere Tochter: CSG Land Systems North America mit Sitz in Michigan bündelt künftig die US-Aktivitäten von Excalibur Army, Tatra Defence und Tatra Trucks. Das Produktportfolio wächst um gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme und geländegängige Logistikfahrzeuge.
Erholung nach Short-Seller-Attacke
Die Ankündigungen fallen in eine Phase der Kurserholung. Vom 52-Wochen-Tief bei 12,20 Euro aus Ende Juni hat sich die Aktie um rund 33 Prozent erholt. Zum Januar-Hoch bei 36,05 Euro bleibt aber weiterhin eine große Lücke – der Kurs liegt gut 55 Prozent darunter.
Ausgelöst hatte den Absturz ein Bericht des Short-Sellers Hunterbrook Media im Mai. Die Analysten stellten mehrere Angaben aus dem Börsengang von CSG infrage und argumentierten, Investoren hätten den Umfang der konzerneigenen Munitionsfertigung überschätzt.
Die jüngste Serie aus Vertragsgewinnen und Fabrikankündigungen – Artilleriemunition, Landsysteme, jetzt Drohnenantriebe – liest sich wie eine Antwort auf diese Zweifel. Ob die Erholung von hier aus weitergeht oder der Kurs nach dem starken Wochenplus erst einmal konsolidiert, bleibt für die kommenden Wochen die zentrale Marktfrage.
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