Czechoslovak Group hat einen zentralen Baustein seiner Europa-Strategie fertiggestellt. Der Rüstungskonzern hat die Technologie zur Herstellung von Treibladungspulver an den polnischen Hersteller MESKO S.A. übergeben. Der Transfer wurde am 9. Juli 2026 offiziell abgeschlossen und stärkt Polens Fähigkeit, 155-mm-Artilleriemunition im eigenen Land zu produzieren.
Polen baut Munitionsproduktion aus
MESKO gehört zum staatlichen polnischen Rüstungskonzern Polska Grupa Zbrojeniowa. Für Polen ist das Projekt strategisch wichtig: Das Land will bei der Munitionsherstellung unabhängiger werden. CSG und MESKO sprechen von einer Basis für weitere technologische Zusammenarbeit.
Das in Polen gefertigte Treibladungspulver hat bereits Labortests bestanden. Zusätzlich lief es erfolgreich durch Schießversuche mit KRAB-Panzerhaubitzen. Beide Prüfschritte bestätigen, dass der Technologietransfer funktioniert.
Neues Luftabwehrsystem auf der Eurosatory vorgestellt
Im Juni 2026 zeigte CSG auf der Rüstungsmesse Eurosatory sein neues Luftabwehrsystem Trident. Das System soll mehrschichtigen Schutz bieten – für Militärverbände, strategische Anlagen und größere Gebiete. Es wehrt ein breites Spektrum an Bedrohungen ab: Flugzeuge, Hubschrauber, Lenkflugkörper und Drohnen.
Trident kombiniert Kurz-, Mittel- und Langstrecken-Luftabwehr in einem System. Dafür bündelt CSG Raketen-, Kanonen-, Elektronikkampf- und Drohnenabwehrtechnik. Mehrere CSG-Tochtergesellschaften waren an der Entwicklung beteiligt, ebenso der türkische Partner Roketsan, der Boden-Luft-Raketen und Startanlagen liefert.
Kurs bleibt unter Druck trotz operativer Fortschritte
An der Börse zeigt sich ein gemischtes Bild. Die CSG-Aktie schloss am Freitag bei 14,39 Euro, ein Plus von 4,44 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 5,40 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 3,27 Prozent.
Die Aktie notiert damit rund 60 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 36,05 Euro, das sie Ende Januar erreicht hatte. Das operative Geschäft läuft davon unberührt weiter: Im Mai bekräftigte CSG seine Umsatzprognose für 2026 von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro.
Der Kurssturz seit Januar und die jüngste Erholung zeigen eine Diskrepanz. Operativ liefert CSG – mit dem Polen-Deal und der Trident-Präsentation gleich zwei greifbare Fortschritte binnen weniger Wochen. Die Bewertung an der Börse hinkt dieser Entwicklung bislang hinterher.
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