CSG: €275 Millionen Forderung in Q1 beglichen

Nach schweren Vorwürfen von Hunterbrook Media bricht der CSG-Kurs ein. Das Unternehmen wehrt sich und bestätigt seine Jahresprognose.

CSG Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurssturz um 26 Prozent nach Kritik
  • Hunterbrook wirft Produktionslücken vor
  • CSG bestätigt Umsatz- und Margenziele
  • Analysten sehen Kurspotenzial trotz Krise

Weniger als vier Monate nach dem weltgrößten Verteidigungs-IPO aller Zeiten notiert die Aktie der Czech Defence Group knapp 50 Prozent unter ihrem Ausgabepreis. Am Montag brach der Kurs zeitweise um 26 Prozent ein. Heute erholt er sich leicht auf 17,01 Euro — das ändert wenig am Gesamtbild.

Hunterbrook greift an

Auslöser des Kursrutsches war ein kritischer Bericht von Hunterbrook Media. Das zugehörige Investmentvehikel Hunterbrook Capital hält eine offengelegte Short-Position in CSG-Aktien.

Der Kern der Vorwürfe: CSG soll stärker auf sogenanntes Recommissioning setzen, als Anleger beim IPO verstehen konnten. Dabei kauft das Unternehmen ältere Munition, repariert sie und bringt sie wieder in den Umlauf. Hunterbrook schätzt die tatsächliche 155mm-Eigenproduktion auf 100.000 bis 280.000 Schuss — deutlich weniger als die rund 500.000 Schuss, die sich aus dem IPO-Prospekt ableiten ließen.

Ferner stellt Hunterbrook einen slowakischen Rahmenvertrag infrage. CSG hatte ihn im Roadshow als Wachstumstreiber mit einem maximalen Volumen von 58 Milliarden Euro präsentiert. Keines der acht vom slowakischen Staat genannten Partnerländer soll dem Abkommen bisher formal beigetreten sein.

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CSG widerspricht — und liefert Zahlen

CSG wies die Vorwürfe scharf zurück. Das Unternehmen bezeichnete die Darstellung als ungenau und selektiv. Zur Produktion erklärte CSG, die eigene Kapazität für mittel- und großkalibrige Munition habe 2025 rund 630.000 Schuss betragen. Hunterbrook habe das verteilte Produktionsnetzwerk über mehrere Standorte und Länder hinweg schlicht falsch verstanden.

Positiv: Eine Forderung über 275 Millionen Euro, die im Vorfeld des Börsengangs aus dem Verkauf von Nicht-Kerngeschäften entstanden war, wurde im ersten Quartal 2026 vollständig beglichen. Der Zeitplan entsprach dem, was CSG beim IPO kommuniziert hatte.

Für 2026 bestätigte das Unternehmen seine Prognose: Umsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro, eine bereinigte EBIT-Marge von 24 bis 25 Prozent. Die Eigenproduktion soll um rund 20 Prozent wachsen, unter anderem durch eine neue Fertigungslinie in der Slowakei.

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Analysten halten die Stellung

Die Sell-Side zeigt sich unbeeindruckt. Neun Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 35,40 Euro — mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.

Indes treibt CSG seine Expansion voran. Der Konzern erwirbt einen 49-Prozent-Anteil an Hirtenberger Defence Systems vom ungarischen Konzern 4iG. Es ist die erste Akquisition in Österreich und stärkt das Portfolio im Bereich Mörsermunition.

Am 20. Mai legt CSG seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Dann muss das Management konkrete Antworten auf die Produktionsfragen liefern — mit messbaren Zahlen, nicht mit Gegendarstellungen.

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