Gleich mehrere investigative Medien haben innerhalb von 48 Stunden neue Berichte über CSG N.V. veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Unternehmensführung: von der dominanten Rolle des Rüstungskonzerns in der slowakischen Beschaffung über eine nicht offengelegte NATO-Suspendierung bis hin zu einem Streit mit einem Gründungsaktionär.
Slowakische Verträge und politische Nähe
Seit der Rückkehr von Robert Fico und seiner Smer-Partei an die Macht 2023 hat das slowakische Verteidigungsministerium Verträge im Gesamtvolumen von 60,36 Milliarden Euro mit CSG abgeschlossen. Investigativjournalisten des Investigationszentrums Ján Kuciak (ICJK) veröffentlichten ihre Erkenntnisse dazu im Februar 2026. Ihr Verdacht: Die Verträge — großteils Rahmenvereinbarungen, die CSG nicht zwingend erfüllen muss — könnten dazu gedient haben, Anlegererwartungen vor dem Börsengang zu steigern.
CSG-Chairman Michal Strnad wies Vorwürfe zurück, wonach Geldflüsse zwischen dem Konzern und Verteidigungsminister Kaliňák existieren. Konkret bestreitet er jede vertragliche Verbindung zwischen CSG und der Anwaltskanzlei des Ministers, an der Kaliňák laut dem tschechischen Medium Seznam Zprávy einen 70-Prozent-Anteil hält.
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Nicht offengelegte NATO-Suspendierung
Besonders brisant: Die niederländische Plattform Follow the Money berichtet, dass CSG beim Börsengang in Amsterdam im Januar — dem weltweit größten IPO eines Rüstungsunternehmens — nicht offenlegte, dass seine spanische Tochtergesellschaft Fábrica de Municiones de Granada (FMG) bereits im Juli 2025 von der NATO-Beschaffungsagentur NSPA suspendiert worden war. Betroffen war neben FMG auch der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems. Ein internes Schreiben eines leitenden NSPA-Managers sprach von „ernsthaften Vorwürfen“, die auf sanktionierbare Praktiken hindeuteten.
CSG erklärte, bei der spanischen Tochter sei kein Fehlverhalten festgestellt worden. Zudem könne FMG weiterhin direkt an einzelne NATO-Mitgliedstaaten verkaufen — die deutlich mehr ausgeben als die NSPA selbst.
Hinzu kommt ein Streit mit Mitgründer Petr KratochvÃl, der laut Berichten Anteile an zwei hochprofitablen CSG-Gesellschaften verkaufen wollte und einen Rückkauf im Wert von 1,4 Milliarden Euro forderte — mit dem erklärten Grund, das Vertrauen in das Management verloren zu haben. CSG hält dem entgegen, dass kein formeller Rückkaufantrag vor dem Börsengang gestellt wurde und eine Offenlegungspflicht ohnehin nicht bestanden hätte.
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Starke Zahlen, belasteter Kurs
Operativ läuft es für CSG gut. Der Umsatz stieg 2025 auf 6,7 Milliarden Euro — ein Plus von 71,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 erwartet der Konzern Erlöse zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 24 bis 25 Prozent. Moody’s hob die Bonität der besicherten Unternehmensanleihen zuletzt auf Investment-Grade-Niveau (Baa3) an, Fitch bestätigte ein BBB- mit stabilem Ausblick.
An der Börse spiegeln sich diese Zahlen kaum wider. Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 20 Prozent verloren und notiert weit unterhalb des durchschnittlichen Analystenziels von 36,06 Euro. Acht Analysten empfehlen den Kauf, keiner rät zum Verkauf.
Den nächsten Zahlentermin hat CSG für den 3. Juni 2026 angesetzt. Bis dahin dürften die offenen Governance-Fragen — und die Reaktion der niederländischen Finanzaufsicht AFM, die sich unter Verweis auf die Aufsichtsvertraulichkeit nicht äußerte — den Kurs weiter belasten.
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