Amazon hat den Startschuss gegeben. Peter DeSantis, Senior Vice President für KI-Modelle und Quantencomputing bei Amazon, erwartet die ersten kommerziell nutzbaren Quantencomputer in fünf bis sieben Jahren — also etwa 2031. Es ist Amazons erste öffentliche Prognose zu diesem Thema, und der Markt hat sie sofort eingepreist.
Die Einschätzung positioniert Amazon zwischen Googles Fünf-Jahres-Horizont und Microsofts Zieldatum 2029. Nvidia-Chef Jensen Huang hatte zuletzt noch einen 15-Jahres-Horizont ins Spiel gebracht. Der Kontrast ist deutlich — und hat Quantenaktien sektorweit nach oben gezogen.
CFO verkauft für rund 7,6 Millionen Dollar
Ins Bild passt das Insidergeschehen nicht ganz so gut. D-Waves CFO John Markovich hat zwischen dem 8. und 15. Juni insgesamt rund 7,6 Millionen Dollar an Aktien verkauft. Allein in der Woche vom 12. bis 15. Juni trennte er sich von 246.043 Aktien zu Preisen zwischen 24,01 und 25,75 Dollar.
Nach den Transaktionen hält Markovich noch 1.242.820 Aktien direkt — inklusive 420.872 noch nicht verfallener Restricted Stock Units. Hinzu kommen 10.584 Aktien, die das Unternehmen zur Steuerdeckung bei RSU-Vesting einbehalten hat. Das ist ein rein administrativer Vorgang, kein Marktverkauf.
Analysten bleiben bullish
Die Analysten lassen sich davon nicht beirren. Mizuho hat das Kursziel auf 35 Dollar angehoben und die Outperform-Einstufung bestätigt. Rosenblatt und Stifel halten ebenfalls an ihren Kaufempfehlungen fest — mit Kurszielen von 43 beziehungsweise 35 Dollar.
Das impliziert selbst beim konservativsten Ziel noch erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs von 21,24 Euro, bei dem die Aktie die Woche beendet hat. Auf Monatssicht steht ein Plus von gut 28 Prozent. Der RSI von 50,5 signalisiert dabei neutrale Dynamik — weder überkauft noch überverkauft.
Q2-Zahlen als nächster Prüfstein
Das Unternehmen selbst hat für Q2 2026 nur eine vorsichtige Prognose ausgegeben: Der Umsatz soll gegenüber den 2,9 Millionen Dollar aus Q1 „moderat“ steigen. Der starke Rückgang im Jahresvergleich erklärt sich durch einen einmaligen Systemverkauf im Vorjahreszeitraum, der die Basis verzerrt hatte.
Entscheidender ist der Auftragsbestand. D-Wave weist verbleibende Leistungsverpflichtungen von 42,4 Millionen Dollar aus. Davon sollen rund 54 Prozent innerhalb von zwölf Monaten als Umsatz verbucht werden. Das legt nahe, dass Q3 und Q4 deutlich stärker ausfallen könnten als das erste Halbjahr.
Die Liquiditätsbasis ist solide: Die Kassenposition liegt bei rund 588 Millionen Dollar — ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen sieht sich damit auf einem vollständig finanzierten Weg zur Profitabilität. Ob dieser Weg kürzer wird, zeigt der Q2-Bericht — der erste echte Test, ob der Auftragsbestand sich in echten Umsatz verwandelt.
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