Der Quantencomputing-Spezialist D-Wave Quantum treibt die Demonstration praxistauglicher Systeme voran. Wie das Unternehmen ankündigte, findet die firmeneigene Nutzerkonferenz „Qubits Asia 2026: Quantum Realized“ am 28. Oktober in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul statt. Auf der Veranstaltung will das Management um Vorstandschef Alan Baratz und Chief Development Officer Trevor Lanting konkrete industrielle Anwendungsfälle vorstellen.

Im Mittelpunkt der Präsentationen stehen reale Einsatzszenarien von Unternehmens- und Forschungspartnern. Unter anderem stellt LG CNS Berechnungen aus dem Bereich der dreidimensionalen Computertomografie vor.

Zudem zeigt die Gyeongsang National University Optimierungsmodelle für den Hafen von Busan, bei denen die Koordination von mehr als 50 Schiffen und 15 Kaikranen im Fokus steht. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge der Yonsei University, der taiwanischen National Yang Ming Chiao Tung University sowie des japanischen Telekommunikationskonzerns NTT DOCOMO.

Kommerzieller Kundenkreis gewinnt an Gewicht

Die Konferenzankündigung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen seinen Schwerpunkt spürbar in Richtung industrieller Kunden verlagert. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stagnierte der Quartalsumsatz zwar im Jahresvergleich bei 3,1 Millionen US-Dollar.

Allerdings kletterte der Anteil kommerzieller Unternehmenskunden an den Erlösen deutlich auf 62,4 Prozent, nachdem er im entsprechenden Vorjahresquartal noch bei 45,1 Prozent gelegen hatte. Auf Konzerne aus den Forbes Global 2000 entfielen dabei 47,7 Prozent des Umsatzes.

Gleichzeitig verringerte sich der Nettoverlust im zweiten Geschäftsquartal auf 48,0 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,13 US-Dollar je Aktie, verglichen mit einem Fehlbetrag von 167,3 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der Auftragsbestand legte kräftig zu und erreichte 40,7 Millionen US-Dollar, gestützt durch Buchungen in Höhe von 35,5 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr, die unter anderem einen Systemverkauf an die FAU über 20 Millionen US-Dollar umfassten.

Technologische Roadmap und Marktreaktion

Neben den bestehenden Annealing-Systemen treibt D-Wave die Entwicklung universeller Quantenrechner voran. Im Rahmen seiner Gate-Model-Entwicklung peilt das Unternehmen rund 100 logische Qubits bei mehr als einer Million Operationen an. Vollwertige kommerzielle Fehlertoleranz plant der Vorstand für das Jahr 2032.

An den Finanzmärkten sorgte der Ausblick auf greifbare Praxisanwendungen für Zuspruch. Die im Klein- und Nebenwertebereich schwankungsanfällige Aktie legte heute um 8,2 Prozent zu und kletterte auf 15,36 Euro. Damit beläuft sich der Börsenwert des Technologieunternehmens auf 5,54 Milliarden Euro. Dennoch notiert der Titel weiterhin 62 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 40,41 Euro, das Mitte Oktober des vergangenen Jahres markiert worden war.