D-Wave Quantum hat eine turbulente Woche hinter sich. Nach einem Rückgang von gut 13 Prozent in sieben Tagen stabilisiert sich die Aktie am Donnerstag bei 20,69 Euro — und Anleger richten den Blick bereits auf den 18. Juni.

Qubits Europe 2026: Konferenz in London

An diesem Datum veranstaltet D-Wave in London die „Qubits Europe 2026: Quantum Realized“ — eine ganztägige Nutzerkonferenz. Kunden, Partner und Forscher sollen dort sehen, wie Unternehmen und Behörden D-Wave-Systeme bereits im Einsatz haben. Auf dem Programm stehen Live-Demos, Anwendungsbeispiele und Updates zur Annealing- sowie Gate-Modell-Hardware.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Großbritannien hat seine Unterstützung für die Quantenkommerzialisierung zuletzt ausgebaut. König Charles III. nannte Quantencomputing in seiner Rede vor dem US-Kongress im April explizit als Technologie, die die künftigen Beziehungen zwischen UK und USA prägen wird. Europa ist für D-Wave bislang kein Kernmarkt — das soll sich ändern.

Starkes Buchungswachstum, aber Verwässerung drückt

Die operativen Zahlen aus dem ersten Quartal waren bemerkenswert. Das Buchungsvolumen stieg um knapp 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen legten um 563 Prozent zu. D-Wave rechnet künftig mit zwei bis drei Systemverkäufen pro Jahr — früher ging das Unternehmen von einem aus.

Allerdings hat die Aktienanzahl ein Problem. Die verwässerte Aktienzahl kletterte bis Mai 2026 auf rund 367 Millionen — ein Jahr zuvor waren es noch etwa 286 Millionen. Diese Verwässerung bleibt ein Risiko, das mehrere Analysten offen ansprechen.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz der Kursschwäche hält die Analystengemeinde an ihrer positiven Einschätzung fest. Laut einer Umfrage unter 15 Analysten von S&P Global lautet das Konsensrating „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 36,44 Dollar — rund 53 Prozent über dem aktuellen Niveau. Stifel bekräftigte zuletzt sein Kaufurteil mit einem Kursziel von 35 Dollar.

Charttechnisch hat die Aktie nach dem Rücksetzer wieder Boden gefunden. Mit 20,69 Euro notiert sie knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,85 Euro. Der 50-Tage-Schnitt bei 18,57 Euro liegt deutlich darunter — ein Zeichen, dass die jüngste Erholung Substanz hat.

Die Londoner Konferenz ist damit mehr als ein Marketingevent. Neue Kundenankündigungen aus Europa könnten das nächste konkrete Signal für das Wachstum außerhalb Nordamerikas liefern.