D-Wave Quantum spürt den Gegenwind des Marktes. Ein Börsengang der Konkurrenz hat den gesamten Sektor für Quantencomputer unter Druck gesetzt. Die Aktie rutschte ab. Analysten bewerten die Lage allerdings völlig anders.
Sektorweiter Ausverkauf
Der Auslöser für die jüngste Schwäche liegt nicht bei D-Wave selbst. Das Debüt von Quantinuum an der Nasdaq schickte Schockwellen durch die Branche. Konkurrenten wie IonQ und Rigetti Computing verloren zeitweise zweistellig. D-Wave gab im direkten Umfeld rund sechs Prozent nach.
Zum Wochenende schloss das Papier bei 20,20 Euro. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von knapp zweieinhalb Prozent. Makroökonomische Unsicherheiten treiben Investoren aus riskanten Technologiewerten. Quanten-Aktien handeln stark auf Basis künftiger Potenziale. Die Folge: Sie fliegen bei Nervosität als Erstes aus den Depots.
Wall Street hält Kurs
Analysten lassen sich von dem Rücksetzer nicht beeindrucken. B. Riley hob das Kursziel kürzlich von 36 auf 40 US-Dollar an. Die Experten lobten klare Fortschritte bei der Fehlerkorrektur. Das Wachstum von D-Wave könnte die Konkurrenzraten deutlich übertreffen.
Auch Stifel bestätigt eine Kaufempfehlung mit einem Ziel von 35 Dollar. Die Analysten verweisen auf den Wandel zum Komplettanbieter für Quantensysteme. Der Konsens bleibt stark. Das mittlere Kursziel von elf Experten liegt bei 40 Dollar.
Fokus auf Europa
Intern hat das Unternehmen die Weichen neu gestellt. Auf der Hauptversammlung wählten die Aktionäre Sharon Holt zur neuen Verwaltungsratschefin. Sie übernimmt auch den Vorsitz in wichtigen Kontrollgremien.
Der Blick richtet sich nun auf den kommenden Dienstag. D-Wave veranstaltet am 18. Juni die Anwenderkonferenz Qubits Europe in London. Das Event bringt Kunden und Forscher zusammen. Das Management will dort konkrete kommerzielle Anwendungen präsentieren.
Großbritannien und Europa investieren massiv in Quantentechnologie. Die Konferenz bietet D-Wave eine Bühne für neue Partnerschaften in einem wachsenden Markt.
Zwischen den Linien
Charttechnisch bewegt sich die Aktie im Niemandsland. Der Kurs pendelt zwischen der 50-Tage-Linie bei 18,72 Euro und dem längerfristigen Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 16 Prozent auf der Anzeigetafel.
Vom alten 52-Wochen-Hoch ist das Papier fast 48 Prozent entfernt. Die Londoner Konferenz am Dienstag liefert den nächsten fundamentalen Impuls. Überzeugt das Management mit neuen Kundenprojekten, rücken die optimistischen Kursziele der Analysten wieder in den Fokus.
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