Asiatischer Markt rückt in den Fokus

D-Wave Quantum forciert die internationale Anwenderbasis für seine Quantencomputing-Systeme. Am 17. September kündigte das Unternehmen die Ausrichtung der Konferenz „Qubits Asia 2026: Quantum Realized“ an. Die ganztägige Veranstaltung soll am 28. Oktober 2026 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stattfinden.

Ziel des Nutzertreffens ist der Austausch über konkrete industrielle Einsatzmöglichkeiten von Quantenrechnern. Das Unternehmen möchte dort aufzeigen, wie kommerzielle Anwender die Technologie produktiv in bestehende Betriebsabläufe integrieren können. Asien gilt dabei als strategisch wichtiger Wachstumsmarkt für hardwaregestützte Optimierungslösungen.

Plattform-Strategie und industrielle Partnerschaften

Neben der Konferenz in Seoul bereitet D-Wave weitere Technologie-Präsentationen vor. Als Platin-Sponsor des Quantum World Congress in College Park im US-Bundesstaat Maryland will das Unternehmen seine duale Plattformstrategie vorstellen. Das Konzept verknüpft Resultate aus praktischen Annealing-Anwendungen mit dem Entwicklungsstand einer gatterbasierten Architektur („dual-rail gate-model architecture“).

Diese technologische Ausrichtung spiegelt sich auch in Partnerschaften wider. Im Rahmen einer Kooperation bindet der IT-Dienstleister CGI den Quantencomputer Advantage2 sowie hybride Solver in sein Dienstleistungsportfolio ein. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen branchenspezifische Anwendungen für Transport, Logistik und Einzelhandel. Schwerpunkte bilden Systeme für Zugfahrpläne, Lieferketten, Lieferrouten und Personalplanung.

Staatliche Fördergelder und Aufsichtsratsumbau

Auf organisatorischer Ebene verstärkte sich das Unternehmen durch die Berufung von Bernard Gavgani. Er übernahm ein Mandat als unabhängiger Direktor der Klasse II und zog zugleich in das Cybersicherheitskomitee des Gremiums ein.

Medienberichten zufolge sicherte sich D-Wave zudem eine bindende Vereinbarung mit dem U.S. Department of Commerce über Fördermittel von bis zu 100 Millionen $ aus dem CHIPS and Science Act. Mit der Vereinbarung geht allerdings auch ein potenzieller Angebotsüberhang einher.

Medienberichten zufolge wurden 7.095.721 Aktien registriert, die vom US-Handelsministerium gehalten werden und für einen Wiederverkauf infrage kommen. D-Wave selbst erhält aus etwaigen Verkäufen dieser Anteile keine Zuflüsse.

Kursentwicklung an den Märkten

An den Finanzmärkten spiegelt sich die Gemengelage aus Technologiefortschritten und Marktüberhang wider. Die Aktie von D-Wave Quantum beendete den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 15,29 €.

Seit Jahresanfang steht ein Kursverlust von 33 Prozent zu Buche. Trotz des Rückgangs hält das Papier einen Abstand von 37 Prozent über dem 52-Wochen-Tief.