Rund 15 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn — und trotzdem rät Bernstein Research zum Verkauf. Der Widerspruch zwischen Marktbegeisterung und Analystenurteil ist bei Daimler Truck derzeit besonders ausgeprägt.
Harry Martin von Bernstein Research hob sein Kursziel am 22. April auf 35 Euro an, behält aber die Einstufung „Underperform“ bei. Die Begründung ist klar: Die aktuelle Bewertung spiegele bereits einen US-Konjunkturaufschwung wider, der sich in den Zahlen noch gar nicht zeige. Überraschungen nach oben oder Anhebungen der Jahresziele hält Martin für unwahrscheinlich. Mit einem Kurs von 43,43 Euro notiert die Aktie rund 24 Prozent über dem Bernstein-Kursziel — das ist eine erhebliche Lücke.
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Nordamerika belastet, Europa wächst
Die bereits veröffentlichten Absatzzahlen für Q1 2026 liefern Martin Argumente. Insgesamt verkaufte Daimler Truck 68.849 Fahrzeuge — ein spürbarer Rückgang gegenüber den 75.758 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Nordamerika, der wichtigste Einzelmarkt, brach um 25 Prozent auf 29.432 Einheiten ein. Daimler Buses verzeichnete ein ähnlich hohes Minus.
Das Bild ist allerdings nicht einheitlich. Mercedes-Benz Trucks steigerte den Absatz um 13 Prozent auf knapp 34.500 Einheiten. Der Absatz batterieelektrischer Lkw und Busse kletterte um 26 Prozent auf 742 Einheiten — ein Wachstum, das absolut betrachtet noch klein ist, aber die Richtung zeigt.
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Strukturumbau und Cashflow-Ziele
Parallel zum operativen Geschäft schreitet der Konzernumbau voran. Zum 1. April schloss Daimler Truck die Integration von Mitsubishi Fuso in das neue Gemeinschaftsunternehmen ARCHION ab. Aus der Transaktion erwartet das Unternehmen Mittelzuflüsse zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro, die den freien Cashflow des Industriegeschäfts stärken sollen. Die Bussparte investiert indes in den Ausbau des europäischen Servicenetzes — mit Fokus auf Wartungsinfrastruktur für die wachsende Elektrobus-Flotte.
Hauptversammlung und Quartalszahlen am 6. Mai
Der nächste harte Prüftermin ist der 6. Mai 2026: Dann präsentiert CEO Karin Rådström die vollständigen Q1-Ergebnisse und leitet die ordentliche Hauptversammlung. Kernfrage wird sein, ob die angestrebte bereinigte Umsatzrendite von 6 bis 8 Prozent im Industriegeschäft trotz der Volumenrückgänge in Nordamerika haltbar ist. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von 1,90 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vor — auf Vorjahresniveau.
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