Ein Fehler im Datennetz der italienischen Flugsicherung Enav bremst den Flugverkehr in Italien und weiten Teilen Südeuropas aus. Seit dem frühen Freitagmorgen fallen zahlreiche Flüge aus oder starten mit teils mehrstündiger Verspätung. Betroffen ist etwa die Hälfte aller Verbindungen im italienischen Luftraum.
Eingeschränkte Kapazitäten an Großflughäfen
Erste Störungen im Datenübertragungsnetz traten bereits in der Nacht auf. Seit 6.00 Uhr gelten deshalb behördliche Maßnahmen zur Verkehrssteuerung, die die Abfertigung von Maschinen drastisch drosseln. Knotenpunkte wie Rom, Mailand und Bergamo verzeichnen erhebliche Verzögerungen. Auch Verbindungen zwischen Deutschland und Italien wurden annulliert.
Die Einschränkungen treffen nicht nur Starts und Landungen auf italienischem Boden. Ebenso betroffen sind Maschinen, die Italien lediglich überfliegen. Die Flugsicherung Enav wickelt pro Jahr rund zwei Millionen Flüge ab und kontrolliert damit einen der zentralen Luftkorridore Europas.
Sabotage von Behörden ausgeschlossen
Zur genauen technischen Ursache äußerte sich die Behörde nicht im Detail. Fremdeinwirkung oder böswillige Handlungen schloss Enav nach ersten Untersuchungen jedoch aus. Es liege weder ein Cyberangriff noch ein Sabotageakt vor.
An den Finanzmärkten sorgte der Vorfall für geringe Ausschläge. Die Aktie der Deutschen Lufthansa reagierte kaum auf die Ausfälle und verlor zur Mittagszeit 0,36 Prozent auf 7,208 Euro. Bei Marktbeobachtern steht das durchschnittliche Kursziel für den Titel bei 8,00 Euro. Wann die Verkehrssteuerung im italienischen Luftraum wieder vollständig aufgehoben werden kann, ließ die Flugsicherung offen.
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