Der deutsche Leitindex schloss am Mittwoch bei 24.195 Punkten – ein Minus von einem Prozent. Es war der tiefste Stand seit Mitte Mai.

Auslöser des harten Rutschers: Berichte über eine militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Gleichzeitig lastete die US-Inflation auf der Stimmung. Sie lag im Mai bei 4,2 Prozent – genau wie erwartet. Keine Entwarnung also.

Hinzu kommt: Die Ölpreise zogen kräftig an. Brent-Rohöl stieg um 2,5 Prozent auf 93,72 Dollar. Ein Belastungsfaktor für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Eine volatile Sommerwoche

Der DAX entfernt sich damit wieder von seinen Höchstständen. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 25.508 Punkten, erreicht im Januar. Aktuell notiert der Index fünf Prozent darunter.

Technisch ist die Lage angespannt. Der RSI liegt bei 42,2 Punkten – ein Zeichen nachlassender Dynamik. Der Kurs hat den 50-Tage-Durchschnitt (24.289 Punkte) und den 200-Tage-Durchschnitt (24.204 Punkte) nahezu erreicht. Rutscht der DAX darunter, droht weiteres Ungemach.

Gewinner und Verlierer

Innerhalb des Index zeigte sich ein klares Bild. SAP verlor bis zu 4,05 Prozent, Siemens Energy sogar 7,46 Prozent. Auch Rheinmetall gab nach – minus 2,86 Prozent.

Gegen den Trend: Die Deutsche Telekom legte 2,89 Prozent zu. adidas profitierte von einer Hochstufung durch RBC-Analysten und stieg um 2,32 Prozent. Symrise setzte seinen Lauf fort, gestützt durch positive Bewertungen von JPMorgan und Morgan Stanley, und notierte 1,80 Prozent im Plus.

Positiv: DAX-Konzerne schütten laut Dekabank in diesem Jahr eine Rekordsumme von 56,7 Milliarden Euro an Dividenden aus – 3,8 Milliarden mehr als prognostiziert. Besonders Versicherer und Autobauer tragen dazu bei. Ein starkes Signal für die Ertragskraft der Unternehmen.

Die EZB entscheidet am Donnerstag über den Leitzins. Erwartet wird eine Anhebung um 25 Basispunkte. Sollte die Notenbank hawkisher kommunizieren als gedacht, droht dem DAX die nächste Belastungswelle.