Der große Verfallstag hält den deutschen Leitindex in Schach. Rund um die 25.000-Punkte-Marke pendelt der DAX heute ohne klare Richtung — mal knapp darüber, mal knapp darunter.

Verfallstag sorgt für Unruhe

Der Verfall von Optionen und Futures auf Aktienindizes an den Terminbörsen hat den Mittag dominiert. Thomas Altmann von QC Partners hatte das genau so erwartet: geringere Umsätze, erhöhte Schwankungsanfälligkeit — und die 25.000-Punkte-Marke als Gravitationszentrum. Der DAX rutschte am Nachmittag auf rund 24.984 Punkte, ein Minus von 0,2 Prozent. Für die Woche ergibt sich dennoch ein Plus von rund anderthalb Prozent.

Die Helaba fasste das Bild früh treffend zusammen: konstruktiv, aber ohne den entscheidenden Schub. Sechs positive Handelstage in Folge konnte der Index zuletzt nur mit Mühe verbuchen — von Selbstläufer keine Spur.

Geopolitik liefert kein klares Signal

Das unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran galt als potenzieller Katalysator. Jetzt zeigen sich die Grenzen: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz zur weiteren Ausgestaltung des Abkommens wurde abgesagt. Iranische Stellen verschoben die Gespräche offenbar wegen neuer israelischer Angriffe auf Hisbollah-Stellungen im Libanon.

Hinzu kommt die Frage, wie schnell sich der Ölfluss durch die Straße von Hormus normalisiert. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet, dass der Ölpreis sein Vorkrisenniveau von knapp 70 Dollar erst Mitte 2027 wieder erreichen dürfte — Seeminen, Produktionsrückstände und leere Lager bremsen den Prozess.

Was die neue Woche bringen könnte

Das Allzeithoch des DAX liegt bei 25.507 Punkten — markiert am 13. Januar 2026 — und ist mittlerweile fünf Monate alt. EuroStoxx 50 und US-Börsen haben indes längst neue Rekorde gesetzt. Dem DAX fehlt bisher der Treiber für den nächsten Schritt.

In der kommenden Woche rücken gleich mehrere Datenpunkte in den Fokus: Einkaufsmanagerindizes am Dienstag, der Ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch und der PCE-Preisindex am Donnerstag aus den USA. Letzteren beobachtet die Fed besonders genau. Am Montag tritt außerdem die Indexänderung in der DAX-Familie in Kraft — HOCHTIEF ersetzt Porsche SE im Leitindex.

Das KI-Thema dürfte als Stimmungsanker erhalten bleiben. Micron Technology meldet am Mittwoch nach US-Börsenschluss Quartalsergebnisse — ein möglicher Impulsgeber, der auch hiesige Chip- und Technologiewerte bewegen könnte.