Der deutsche Leitindex hat den Handel am Mittwoch mit einem moderaten Zuwachs beendet. Getragen von Zuwächsen bei Industriewerten und Chipherstellern stieg das Börsenbarometer um 0,6 Prozent und ging bei 25.558,94 Punkten aus dem Handel.

Schwache Notierungen bei den Automobilherstellern verhinderten jedoch einen deutlicheren Sprung nach oben, während an den internationalen Finanzmärkten die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve die Blicke auf sich zog.

Autobauer bremsen die Erholung aus

Erheblicher Verkaufsdruck lastete zur Wochenmitte auf den traditionellen Schwergewichten der deutschen Fahrzeugindustrie. Nach kritischen Brancheneinschätzungen gerieten die Papiere von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW ins Hintertreffen.

Analyst Romain Gourvil vom Bankhaus Berenberg verwies in einer Branchenstudie auf fehlende Impulse sowie anhaltende Belastungen durch Geopolitik und Inflation. Zwar stufte das Institut BMW auf eine Kaufempfehlung hoch, strich zeitgleich jedoch das positive Votum für Stellantis zusammen und reduzierte das Kursziel für Mercedes-Benz von 56 auf 52 Euro.

Die Zurückhaltung der Investoren spiegelte sich im gesamten europäischen Automobilsektor wider. Vor allem die Stamm- und Vorzugsaktien der großen deutschen Autokonzerne rangierten im DAX am Ende des Tableaus. Dem standen jedoch deutliche Kursgewinne bei Titeln wie Hochtief, Siemens Energy und Infineon gegenüber, die den Index im positiven Terrain hielten.

Zinsdruck von den Anleihemärkten

Flankiert wurde das Geschehen von einer anhaltenden Nervosität an den globalen Rentenmärkten. Die Rendite richtungsweisender zehnjähriger US-Staatsanleihen verharrte mit rund fünf Prozent auf dem höchsten Niveau seit 2007. Vor der Zinsentscheidung in Washington rechneten Ökonomen der NordLB auf Basis der Terminmärkte mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 94 Prozent mit einer Anhebung des US-Leitzinses um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent.

Trotz dieser geldpolitischen Belastungsproben konnte sich der deutsche Aktienmarkt stabilisieren. Seit Jahresanfang verzeichnet der DAX ein Plus von 4,4 Prozent. Nachdem das Börsenbarometer am Dienstag im Tief bis auf 25.172 Punkte abgesackt war, gelang es den Käufern gestern, den Index wieder klar über der charttechnisch beachteten Marke von 25.500 Zählern zu etablieren.