BMW schockt, die Fed wartet — und der DAX bleibt unter 25.000 Punkten gefangen. Zum dritten Mal in dieser Woche scheiterte der Leitindex an der runden Marke, diesmal mit einem deutlichen Schuldigen.

BMW-Gewinnwarnung trifft die Branche

Die BMW-Prognosekürzung am Dienstagabend schlug am Mittwochmorgen mit voller Wucht auf den gesamten Automobilsektor durch. China-Schwäche und der Iran-Krieg belasten das Geschäft stärker als erwartet — mehrere Analysten bezeichneten das Ausmaß der Warnung als ungewöhnlich groß. Die BMW-Aktie tauchte in der Spitze um zwölf Prozent ab und fiel auf den niedrigsten Stand seit 2020, bevor sich der Kursrückgang auf rund 6,5 Prozent einpendelte. Mercedes-Benz verlor gut drei Prozent, Volkswagen rund zwei Prozent.

Der DAX notierte nach der ersten Handelsstunde bei etwa 24.840 Punkten, ein Minus von 0,3 Prozent. Er näherte sich damit wieder seiner 21-Tage-Linie. Während die Autobauer belasteten, hielten Halbleiterausrüster wie Aixtron und PVA TePla mit Aufschlägen von bis zu fünf Prozent dagegen.

Warsh im Rampenlicht

Der eigentliche Taktgeber des Tages kommt aus Washington. Am Abend trifft der neue Fed-Chef Kevin Warsh seine erste Zinsentscheidung — eine Änderung des Leitzinses erwartet niemand. Was zählt, sind seine Worte.

Marktbeobachter sehen Warsh in einem Dilemma: Einerseits bleibt die Inflation hartnäckig, andererseits fordert US-Präsident Donald Trump niedrigere Zinsen. Ob die Fed ihre Unabhängigkeit klar signalisiert oder Raum für politischen Einfluss lässt, dürfte die Nervosität der Anleger spürbar beeinflussen. Der sogenannte „Dot Plot“ — die Projektion der FOMC-Mitglieder für das Zinsniveau zum Jahresende — könnte zusätzliche Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern.

Hinzu kommt, dass auch in New York zuletzt die Risikobereitschaft nachließ. Technologiewerte gaben Gewinne ab, und die Aufmerksamkeit vieler Investoren bleibt auf SpaceX und KI-Themen fixiert — Energie, die dem DAX schlicht fehlt.

Gelingt Warsh ein klares Bekenntnis zur Unabhängigkeit der Fed ohne Zinserhöhungssignale, könnte das den Ausbruch über 25.000 Punkte doch noch liefern. Fällt der Auftritt dagegen ausweichend aus, dürfte die Zurückhaltung an den Märkten vorerst anhalten.