Die Demokraten übernehmen nach Hochrechnungen das Repräsentantenhaus und liegen auch im Senat vorn. Für den DAX heißt das zunächst: Vorsicht zur Eröffnung. Brokerindikationen sahen den Leitindex rund ein halbes Prozent tiefer bei etwa 25.730 Punkten, nachts rutschte er zeitweise auf 25.532 Zähler.
Gridlock statt Rückenwind
An der Wall Street heißt das Szenario „Gridlock“: Präsident Trump steht künftig wohl einem demokratisch dominierten Kongress gegenüber. Für Trump wäre das eine herbe Niederlage, hatte er die Wahl doch zum Votum über seine Politik erklärt.
Die Börsen reagierten heftiger als erwartet. JPMorgan hatte die blaue Welle als wahrscheinlichsten Ausgang geführt und eine Reaktion des S&P 500 zwischen minus 0,25 und plus 0,5 Prozent erwartet. Die Futures drehten in der Nacht von plus 0,5 auf rund minus ein Prozent. In Tokio und Seoul verloren die Märkte zeitweise deutlich, der Nikkei fiel zwischenzeitlich auf das tiefste Niveau seit Mai.
Der Markt fürchtet offenbar weniger Washington als die Bundesstaaten. Texas und Georgia stehen für rund ein Drittel der Ausgaben für KI-Rechenzentren, strengere Auflagen dort könnten den Ausbau bremsen.
Wer in Frankfurt leidet, wer profitiert
Chipwerte wie Infineon und Aixtron dürften belasten, ebenso der stärkere Euro für die Exporteure. Siemens Energy und Siemens hängen am KI-Ausbau und rücken ebenfalls in den Fokus.
Gegenwind und Entlastung liegen eng beieinander. Die Demokraten im Repräsentantenhaus wollen Trumps Zölle beenden, was BMW, Mercedes und Volkswagen helfen würde. Allerdings könnte Trump per Veto dagegenhalten. Ein Veto lässt sich nur mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmen.
Die Futures haben sich bis zum Morgen teilweise erholt. Der DAX-Future notierte zuletzt bei 25.886,5 Punkten, etwa 0,4 Prozent im Minus.
Die Marken im Chart
Die 26.000 Punkte bleiben Widerstand, an dem der Index am Dienstag erneut scheiterte. Unterstützung bietet die Zone um 25.650 Punkte, wo 50- und 100-Tage-Linie verlaufen und der Future nachts sein Tief bei 25.631,5 Punkten markierte.
Fällt der Future darunter, rückt die 200-Tage-Linie bei rund 25.000 Punkten in den Blick. Ein Schlusskurs über 26.000 Punkten würde dagegen die Serie der Fehlversuche beenden. Den nächsten Hinweis liefert der US-Handelsstart um 15:30 Uhr deutscher Zeit.
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