Am Wochenende zeigte sich der DAX von seiner ruhigen Seite. Überschaubare Aufschläge reichten immerhin, um auf Wochensicht ein kleines Plus zu sichern. Die eigentliche Geschichte spielt sich derzeit aber nicht an der Frankfurter Kurstafel ab, sondern am Ölmarkt.

Hormus als Kurstreiber

Der Iran hat eine Lösung vorgeschlagen, mit der die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte. Für die Börsen ist das mehr als eine Randnotiz — die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Nadelöhre für den globalen Öltransport. Sinkende Ölpreise zum Wochenende hatten bereits für etwas Erleichterung gesorgt, entsprechend hoffen Anleger nun auf eine Einigung im Konflikt.

Die Gemengelage bleibt jedoch vielschichtig. Trotz der leicht positiven Wochenbilanz fehlte dem Markt der Wille zu einem echten Ausbruch nach oben. Charttechnisch hat der Index eine alte Widerstandszone erreicht, die nun als Unterstützung fungiert — Indikatoren zeigen erste Kaufsignale oder stehen kurz davor.

Vorsicht bleibt angebracht

Ganz ungetrübt ist das Bild trotzdem nicht. Niedrige Umsätze und mehrfach auftretende Doji-Kerzen deuten darauf hin, dass viele Marktteilnehmer dem aktuellen Niveau noch nicht vollständig trauen. Diese Zurückhaltung passt zur insgesamt komplizierten Gesamtlage, die die Börsen seit Tagen prägt — Erleichterung ja, Euphorie nein.

Saisonal betrachtet rückt zudem ein Thema in den Blick, das viele Marktbeobachter traditionell erst im späten Herbst aufgreifen: die Jahresendrallye. Rein zyklisch beginnt diese Phase häufig schon Anfang Oktober, auch wenn ihre Ausprägung von Jahr zu Jahr stark schwankt.

Ob der DAX die aktuelle Unterstützungszone verteidigen kann, dürfte in den kommenden Handelstagen wesentlich von den Nachrichten aus dem Mittleren Osten abhängen. Eine tatsächliche Öffnung der Straße von Hormus würde die Ölpreise weiter entlasten und den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind geben.