Der DAX beendete eine ereignisreiche Woche mit einem kleinen Dämpfer. Freitag schloss der Leitindex bei 24.985,82 Punkten — knapp unter der runden Marke von 25.000 Zählern. Über die gesamte Woche steht dennoch ein Plus von rund anderthalb Prozent zu Buche.

Fed sorgt für Unruhe

Den prägenden Impuls der Woche lieferte die US-Notenbank. Die Federal Reserve beließ ihren Leitzins unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zwar unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Der Ton dahinter war jedoch merklich straffer: Neun von 18 Mitgliedern können sich demnach eine Zinserhöhung bis Ende 2026 vorstellen. Die Fed hob ihre Inflationsprognose auf rund 3,6 Prozent an und senkte gleichzeitig ihre Wachstumserwartung auf etwa 2,2 Prozent.

Die Marktreaktion war prompt. Renditen zogen an, der Dollar legte zu, der Euro rutschte unter 1,15 Dollar. Kein Wunder, dass das dem Index-Aufwärtsdrang Grenzen setzte.

Geopolitik treibt Einzelwerte

Parallel lief die Nahost-Diplomatie auf Hochtouren. Ein unterzeichnetes Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ließ die Ölpreise nachgeben — WTI-Crude fiel zeitweise unter 75 Dollar je Barrel. Das belastete Energiewerte, beflügelte aber Chemiewerte, die von einer möglichen Normalisierung profitieren könnten. LANXESS legte auf Wochensicht rund 8,7 Prozent zu.

Die Automobilbranche hatte mit BMW einen schweren Stand. Der Konzern senkte seine Prognose für 2026 und verwies auf Wettbewerbsdruck aus China sowie hohe Energiekosten. Die EBIT-Marge im Segment Automobile soll nun nur noch bei 1 bis 3 Prozent liegen, nach zuvor erwarteten 4 bis 6 Prozent. BMW verlor auf Wochenbasis rund 10,5 Prozent und zog den gesamten Sektor mit sich.

Gewinner und Verlierer der Woche

Das Wochenbild im DAX war gespalten. Klare Verlierer waren neben BMW auch Volkswagen mit minus 9 Prozent und Deutsche Telekom mit minus 6 Prozent. Auf der Gewinnerseite stach Siemens Energy mit einem Wochenplus von knapp 10 Prozent hervor, gefolgt von Deutsche Bank mit plus 8,3 Prozent und MTU Aero Engines mit plus 6,7 Prozent. Versicherungswerte wie Allianz und Munich Re profitierten ebenfalls und legten jeweils rund 3 bis 4 Prozent zu.

Der große Verfalltag am Freitag, an dem Futures und Optionen auf Aktienindizes ausliefen, verlief diesmal ohne die sonst typischen Verwerfungen. Auch die Nachricht einer neuen Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz sorgte nicht für größere Kursbewegungen. Die nächste Richtungsentscheidung für den Index dürfte von den weiteren Signalen der Fed abhängen — und davon, ob die Gespräche zwischen Iran und den USA über ein finales Abkommen wieder aufgenommen werden.