Der DAX hat den Wochenstart genutzt, um sich von der 25.000-Punkte-Marke abzusetzen. Zwei Entlastungen kamen zusammen: ein nachgebender Ölpreis und der entschärfte Handelsstreit zwischen der EU und China. Am Nachmittag lag der Leitindex 0,8 Prozent im Plus bei 25.295 Punkten.

Was den Markt stützt

Der Ölpreis fiel zunächst, nachdem US-Präsident Donald Trump eine „Energie-Waffenruhe“ zwischen Russland und der Ukraine verkündet hatte. Moskau bestätigte die Vereinbarung nicht, Kiew warf Russland weitere Angriffe vor. Brent drehte im Tagesverlauf ins Plus und erreichte zeitweise gut 106 Dollar. Die Hoffnung auf Entspannung bleibt also fragil.

Marktexperte Andreas Lipkow von CMC Markets sagte, die Entlastung bei den Energiepreisen sei für die Börsen derzeit mehr wert als manche gute Konjunkturzahl. Auch die Renditen am Anleihemarkt gaben leicht nach.

Autowerte profitierten zusätzlich. China akzeptierte im Streit um Hybridfahrzeuge eine Drosselung seiner Exporte in die EU. Volkswagen legte trotz schwacher Absatzzahlen zu, weltweit gingen die Auslieferungen im dritten Quartal um 14,3 Prozent zurück, in China um 38,5 Prozent. BMW und Mercedes gewannen ebenfalls. Händler verweisen darauf, dass die China-Schwäche nach der jüngsten Prognosesenkung weitgehend eingepreist sei.

Rüstung vorn, Telekom erholt sich

Rheinmetall führte den Index mit einem Plus von 2,7 Prozent an. Morgan Stanley hält eine Sektor-Rally zum Jahresende für gut möglich. Auch Hensoldt, Renk und TKMS legten im MDax zu.

Die Deutsche Telekom erholte sich leicht vom Einbruch am Freitag, als die Aktie fast acht Prozent verlor. Auslöser war der Kauf eines landesweiten Frequenzpakets in den USA durch SpaceX, das Starlink zu einem stärkeren Wettbewerber für T-Mobile US machen könnte.

Politisch rückte der Rücktritt von SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas in den Blick. Die Koalition sieht darin keine Auswirkungen auf ihre Arbeit.

Technische Marke bei 25.320 Punkten

Charttechnisch liegt die erste Hürde bei rund 25.320 Punkten. Dort verläuft die abwärts gerichtete 21-Tage-Linie. Darüber warten Widerstände im Bereich von 25.480 bis 25.590 Punkten. Einzelne Chartanalysen warnen, dass der Ausbruch bei nachlassendem Volumen fragil sein könnte.

Am Dienstag beginnt in den USA die Berichtssaison mit den Zahlen von JPMorgan, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup. Am Mittwoch folgen die US-Inflationsdaten, die für den Kurs der Notenbank wichtig sind. Hält der DAX die Marke von 25.000 Punkten, rückt die 21-Tage-Linie als nächstes Ziel in Reichweite.