Nach drei Verlusttagen in Folge hat der DAX am Donnerstag mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 26.003 Punkte den Boden gefunden. Am Freitagmorgen deutet sich fortgesetzte Stabilisierung an: Der Broker IG taxierte den Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart 0,1 Prozent höher auf 26.035 Punkte. Zugpferd war Rückenwind aus Asien und den USA, wo Dow Jones und S&P 500 am Vortag jeweils über ein Prozent zulegten.
Vom Rekordhoch bei 26.618 Punkten vor einer Woche ist der Index damit zwar noch entfernt, das zwischenzeitliche Wochenminus von mehr als drei Prozent hat sich aber bereits spürbar verringert. Ausgelöst hatte den Rücksetzer eine Kombination aus steigenden Ölpreisen und anziehenden Anleiherenditen, die den DAX zeitweise bis auf 25.727 Punkte drückte.
Fed-Aussagen beflügeln, Ölpreis bremst
Den Impuls für die Erholung lieferte Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er signalisierte, auf der Sitzung am 16. September in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bei den Leitzinsen zu bleiben, sofern sich die Inflationsdaten entsprechend entwickeln. Am US-Geldmarkt gingen die Erwartungen an eine Zinserhöhung daraufhin zurück, was auch den Renditeanstieg am Anleihemarkt bremste.
Gegenläufig wirkt weiterhin der Ölmarkt. Der wieder eskalierte Iran-Konflikt hält den Brent-Preis auf dem höchsten Niveau seit Juni, in Deutschland erreichte Superbenzin der Sorte E10 zuletzt einen neuen Höchststand.
Diese Gemengelage aus Zinshoffnung und Energiepreis-Sorge dürfte den Handel auch am Freitag prägen — zumal um 14:30 Uhr der US-Arbeitsmarktbericht für August ansteht, den Marktteilnehmer als nächsten Belastungstest für die Zinserwartungen lesen.
Auf Einzelwerte-Ebene hatten am Donnerstag Volkswagen nach einem Bericht über mögliche Beteiligungsverkäufe sowie SAP im Sog starker Cloud-Zahlen von Snowflake für positive Akzente gesorgt. Bei den Index-Anpassungen der DAX-Familie bleibt der Leitindex selbst unverändert, im MDAX ersetzt der Werbevermarkter Ströer künftig Hugo Boss, das in den SDAX wechselt. Die Änderungen treten am 21. September in Kraft.
Die kommende US-Arbeitsmarktzahl dürfte zeigen, ob die Zinssenkungshoffnung trägt, die den DAX aktuell über der 26.000-Punkte-Marke hält.
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