Drei Gewinntage in Folge, nun droht eine Pause. Der Leitindex dürfte am Mittwoch etwas tiefer starten, nachdem er gestern 0,8 Prozent fester bei 25.449 Punkten geschlossen hatte. Vorbörslich sahen Broker den DAX rund ein halbes Prozent niedriger bei gut 25.330 Zählern.
Öl und Renditen bleiben das Thema
Der Auslöser liegt im Zusammenspiel von Ölpreis und Anleiherenditen. Am Dienstag hatte ein zeitweise deutlicher Ölpreisrückgang die Kurse gestützt, zudem beruhigte ein Haushaltsplan von Marine Le Pen den französischen Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger französischer Papiere fiel von fast fünf auf 4,77 Prozent.
Über Nacht holte Brent die Verluste allerdings wieder auf und kostet erneut mehr als 100 Dollar. Hinweise auf höhere Liefermengen durch die Straße von Hormus und Preissenkungen von Saudi Aramco hatten den Preis zuvor zeitweise auf 97,61 Dollar gedrückt.
Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zuletzt mit 3,48 Prozent. Am Montag hatte sie mit 3,65 Prozent den höchsten Stand seit 2009 erreicht. Die Entspannung ist also real, aber fragil.
Konjunkturdaten und Berichtssaison
Um 08:00 Uhr folgt die deutsche Industrieproduktion für August. Erwartet wird ein Plus von 0,5 Prozent zum Vormonat, nach einem Minus im Juli. Die Vorlage ist schwach: Der Auftragseingang war im August um 10,6 Prozent eingebrochen, vor allem wegen fehlender Großaufträge.
VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel vermisst eine neue Investitionsdynamik. Michael Herzum von Union Investment verweist dagegen auf gut gefüllte Auftragsbücher, die der Industrie rechnerisch ein Polster von rund neun Monaten bieten.
Hinzu kommt die nahende US-Berichtssaison. Sie könnte Investoren zur Zurückhaltung bewegen, obwohl S&P 500 und Nasdaq 100 am Dienstag Rekordstände erreichten.
Einzelwerte im Blick
Gestern führte Continental mit einem Plus von 2,8 Prozent die Gewinnerliste an, gefolgt von Brenntag, Hochtief, Henkel und Merck. Rheinmetall verlor ebenfalls 2,8 Prozent und bildete das Schlusslicht, auch Telekom und MTU gaben nach.
Heute richtet sich der Blick auf Porsche. Die VW-Tochter stellt ab 09:00 Uhr auf ihrem Kapitalmarkttag die Strategie „Sportwagenschmiede ’35“ vor. Am Abend um 20:00 Uhr erscheint das Protokoll der Fed-Sitzung vom 15. und 16. September. Das Allzeithoch des DAX von 26.618,74 Punkten vom 28. August liegt rund 4,6 Prozent entfernt.
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