Der DAX kämpft sich aus einer schwachen Woche heraus — aber von Aufbruchstimmung kann keine Rede sein. Zum Wochenstart wird der deutsche Leitindex leicht höher erwartet, rund 0,3 bis 0,5 Prozent im Plus. Die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten bleibt dabei in weiter Ferne.

Technisch stabil, fundamental zäh

Am Freitag war der DAX zeitweise auf 24.547 Punkte abgesackt — hat dabei aber seine 50-Tage-Linie bei rund 24.600 Punkten zweimal knapp verteidigt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.508 Punkten rückt nicht näher.

Marktbeobachter sind vorsichtig. Die DZ Bank sieht aktuell fehlende Kursfantasie, dazu kommt die saisonale Sommerschwäche. Von den US-Börsen seien kurzfristig keine positiven Impulse zu erwarten — auch dort geraten Technologiewerte unter Druck, der Nasdaq 100 verlor in der Vorwoche über vier Prozent. Andreas Lipkow von CMC Markets bringt es auf den Punkt: Jede negative Nachricht werde derzeit zum Anlass für Gewinnmitnahmen genutzt — ein Zeichen, dass der Markt vor einer Konsolidierung stehen könnte.

Nahost und Notenbanken im Blick

Der Nahost-Konflikt bleibt ein Unsicherheitsfaktor, wenngleich sich die Lage leicht entspannt. USA und Iran haben vereinbart, gegenseitige Militärschläge vorerst einzustellen und sich in Doha zu treffen. Schiffe können wieder frei durch die Straße von Hormus verkehren. Brent-Öl notiert knapp unter 72,50 Dollar — kaum verändert.

Daneben rücken in dieser Woche wichtige Konjunkturdaten in den Vordergrund. Ab Dienstag folgen weltweit Einkaufsmanagerindizes für Juni. Das Highlight kommt am Donnerstag: Der US-Arbeitsmarktbericht wird wegen des vorgezogenen Feiertags am 4. Juli einen Tag früher veröffentlicht als üblich — und dürfte als wichtigster Taktgeber für die Geldpolitik der Fed besondere Aufmerksamkeit erhalten. Parallel tagt ab heute das EZB-Forum in Sintra, wo Fed-Chef Kevin Warsh seinen ersten internationalen Auftritt absolviert.

Am Mittwoch treten zudem neue EU-Importregeln für Stahl in Kraft, die vor allem chinesische Billigware aus dem Markt drängen sollen. Für deutsche Industriewerte könnte das durchaus relevant werden.

Der nächste richtungsgebende Impuls für den DAX dürfte damit erst zur Wochenmitte oder mit den US-Jobdaten am Donnerstag kommen.