DAX Friedenshoffnung treibt Kurse

Der deutsche Leitindex steigt vorbörslich deutlich, angetrieben von Hoffnung auf ein Ende des Iran-Konflikts und fallenden Ölpreisen.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • DAX steigt vorbörslich um 1,2 Prozent
  • Ölpreis fällt unter 100 Dollar
  • Analysten warnen vor verfrühter Euphorie
  • Inflationsdaten könnten Stimmung trüben

Trumps Wochenend-Botschaft hat an den Märkten gewirkt. Der US-Präsident verkündete auf Truth Social, ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs sei „weitgehend“ ausgehandelt — und der DAX reagierte prompt.

Vorbörslich notiert der deutsche Leitindex am Pfingstmontag rund 1,2 Prozent höher bei etwa 25.175 Punkten. Das wäre das höchste Niveau seit Ende Februar, kurz vor Kriegsbeginn im Iran. Wichtiger noch: Der Korrekturtrend seit dem Januar-Rekord bei 25.507 Punkten würde damit gebrochen.

Öl fällt, Aktien steigen

Der direkte Übertragungsweg ist der Ölpreis. Brent gibt deutlich nach und notiert unter 100 Dollar — ein Signal, das Anleger als Zeichen nachlassender Angstprämie werten. „Die Kriegswolken über der Straße von Hormus beginnen endlich aufzubrechen“, kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Sinkende Energiepreise, ein schwächerer Dollar, steigende Aktienkurse — so lautet die klassische Entspannungslogik.

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Rückenwind kommt auch aus den USA. Der Dow Jones hatte am Freitag ein Rekordhoch erreicht, S&P 500 und Nasdaq 100 schlossen nur knapp darunter. Der japanische Nikkei 225 überstieg heute erstmals die Marke von 65.000 Punkten.

Vorsicht vor dem Jubel

Allerdings mahnen mehrere Marktbeobachter zur Zurückhaltung. Trump selbst dämpfte seine eigene Euphorie kurz darauf: Es bestehe „keine Eile“ bei einem Abschluss. Der Iran seinerseits ließ ebenfalls Skepsis erkennen. Besonders heikel: Beim Atomwaffenprogramm liegt noch keine Einigung vor. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners weist darauf hin, dass beide Seiten beim Thema angereichertes Uran „weiterhin weit auseinander“ liegen.

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RBC-Stratege Mark Dowding hält sogar neue Militärschläge nicht für ausgeschlossen, sollten die Gespräche weiter schleppend verlaufen. Und LBBW-Stratege Berndt Fernow warnt: Selbst eine konstruktive Lösung könnte schnell verpuffen, wenn der Fokus auf die wirtschaftlichen Schäden des Konflikts schwenkt.

Für den weiteren Wochenverlauf liefert der Freitag den konjunkturellen Prüfstein: Die deutschen Verbraucherpreise für Mai sollen laut Chefstratege Robert Greil von Merck Finck erstmals seit Ende 2023 wieder die Drei-Prozent-Marke überschreiten — ein Wert, der die Erleichterung über einen möglichen Waffenstillstand rasch eintrüben könnte.

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