DAX: Fünf Tage Gnadenfrist

Ein fünftägiger Aufschub von US-Militärschlägen gegen den Iran führte zu einer abrupten Trendwende. Der DAX erholte sich deutlich, während Öl- und Goldpreise kollabierten.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • US-Trump gewährt fünftägigen Aufschub für Militärschläge
  • DAX dreht von Tiefststand zu Intraday-Hoch
  • Öl- und Goldpreise erleben massiven Ausverkauf
  • Energieintensive Branchen führen Erholung an

Ein drohender Krieg am Persischen Golf schickte den deutschen Leitindex am Montagmorgen zunächst auf Talfahrt. Eine überraschende Ankündigung aus Washington wendete das Blatt kurz darauf radikal und löste an den Märkten eine massive Umschichtung aus. US-Präsident Trump gewährte eine fünftägige Aussetzung geplanter Militärschläge gegen den Iran – ein Zeitfenster, das Investoren sofort für Zukäufe nutzten.

Die anhaltende Blockade der Straße von Hormuz und die Angst vor einem totalen Ausfall iranischer Ölexporte drückten den Index anfangs bis auf 21.946 Punkte. Als die Nachricht über produktive Gespräche mit Teheran und den militärischen Aufschub die Runde machte, drehte die Stimmung abrupt. Der DAX schoss auf ein Intraday-Hoch von 23.178 Zählern. Parallel dazu kollabierte der Ölpreis der Sorte Brent von 114 auf zeitweise unter 97 US-Dollar pro Barrel. Auch Gold erlebte einen massiven Ausverkauf und stürzte von 5.400 auf unter 4.400 US-Dollar ab, da Anleger ihre Sicherheitspositionen fluchtartig auflösten. Letztlich ging der DAX gestern bei 22.877,39 Punkten aus dem Handel. Damit verbleibt auf Jahressicht ein Minus von 6,77 Prozent.

Industrie profitiert vom Ölpreis-Rutsch

Dieser rapide Rückgang der Energiekosten wirkte wie ein kurzfristiges Konjunkturprogramm für die deutsche Exportwirtschaft. Während Energie- und Rohstoffwerte unter Abgabedruck gerieten, führten zinssensitive und energieintensive Branchen die Erholung an. Besonders Automobilwerte und Industrietitel zogen das Interesse der Käufer auf sich.

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Zu den stärksten Gewinnern im DAX zählten am Montag:
– Brenntag AG (+5,78 %)
– Siemens Energy AG (+4,87 %)
– Commerzbank AG (+4,12 %)

Auf der Verliererseite fanden sich hingegen Titel wie Zalando, RWE und Vonovia wieder.

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Fragiles Fundament

Trotz der charttechnischen Erholung aus dem überverkauften Bereich bleibt die Lage angespannt. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt weiterhin vor dem Fehlen von täglich elf Millionen Barrel Öl auf dem Weltmarkt. Analysten der UBS kalkulieren, dass selbst bei einer sofortigen Deeskalation die Lieferketten bis zu vier Monate benötigen, um den jüngsten Ölschock zu verarbeiten. Goldman Sachs rechnet für März und April weiterhin mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von 110 US-Dollar, was die institutionelle Skepsis gegenüber der aktuellen Entspannung unterstreicht.

Ein nachhaltiger Verbleib oberhalb der Marke von 22.800 Punkten ist nun maßgeblich für die kurzfristige Stabilisierung. Da das von den USA gesetzte Zeitfenster für den militärischen Aufschub in fünf Tagen abläuft, ist der nächste Impuls bereits terminiert. Bis dahin rücken die Reaktionen der Europäischen Zentralbank auf die veränderte Inflationsdynamik durch den extrem volatilen Ölmarkt in den Fokus der Investoren.

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