DAX: Geopolitik drückt auf die Stimmung

Der DAX fiel auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr, angetrieben durch hohe Ölpreise und geopolitischen Konflikt. Zentralbanken blieben bei ihren Leitzinsen stabil.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • Deutscher Leitindex verliert rund zwei Prozent
  • Ölpreis steigt auf über 128 Dollar je Barrel
  • EZB signalisiert keine unmittelbaren Zinserhöhungen
  • Einzelwerte wie Siemens Energy unter starkem Druck

Der iranische Konflikt hinterlässt deutliche Spuren im deutschen Leitindex. Der DAX markierte diese Woche den tiefsten Stand seit einem halben Jahr — und eine schnelle Erholung scheint unwahrscheinlich.

Dabei startete die Woche noch mit einem kurzen Hoffnungsschimmer. Zeitweise kletterte der Index wieder über 23.900 Punkte. Doch ab Dienstag übernahmen die Verkäufer das Zepter, und der DAX rutschte bis Freitagmittag auf rund 22.700 Punkte ab. Das entspricht einem Wochenverlust von gut einem Prozent für den S&P 500 — der DAX traf es mit einem Minus von rund 2,0 Prozent noch deutlicher.

Öl als Haupttreiber der Unsicherheit

Im Zentrum des Drucks steht der Ölpreis. Angriffe auf Förderanlagen sowie die anhaltende Blockade der Straße von Hormus trieben den Brent-Preis im Wochenverlauf zeitweise auf über 128 Dollar je Barrel — ein Niveau, das Inflationssorgen neu entfacht. Gegen Wochenschluss pendelte sich der Preis bei rund 110 Dollar ein, doch die Volatilität bleibt hoch.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei DAX?

Die Logik dahinter ist einfach: Steigt Öl dauerhaft auf solch hohem Niveau, drohen Energiekosten die ohnehin fragile Konjunktur in Europa zu belasten. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater warnt, dass fehlende Fortschritte bei der Normalisierung der Rohstofflieferungen aus dem Persischen Golf zunehmend alle Wirtschaftsteilnehmer treffen werden.

Zentralbanken halten die Nerven — vorerst

Immerhin eine Stütze bot die Geldpolitik. Fed, EZB und Bank of England ließen ihre Leitzinsen allesamt unverändert. Die EZB rechnet zwar mit einem Anstieg der Inflationsrate um 0,7 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent, signalisierte aber keine unmittelbaren Zinserhöhungen. EZB-Chefin Christine Lagarde vermied ein klares Zinserhöhungssignal — für die Märkte ein kleines Zeichen der Beruhigung.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei DAX?

Für Aufsehen sorgte einzig Australien: Die Notenbank erhöhte den Leitzins auf 4,1 Prozent und setzte damit den einzigen klaren geldpolitischen Akzent der Woche.

Bei deutschen Einzelwerten sah es ebenfalls trüb aus. SAP verlor knapp über vier Prozent, Siemens Energy gab zeitweise bis zu 15 Prozent nach — trotz Spekulationen über eine mögliche Aufnahme in den STOXX Europe 50. Auch Vonovia fiel auf ein Jahrestief, während HelloFresh sogar ein Allzeittief markierte.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf den Ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch. Angesichts der geopolitischen Lage überrascht es kaum, dass Analysten vor allem bei den Geschäftserwartungen mit einem deutlichen Rückgang rechnen. Ob die aktuelle Lagebeurteilung der Unternehmen etwas Positives liefert, bleibt das entscheidende Signal für den kurzfristigen Ausblick.

DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:

Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu DAX

Über Dr. Robert Sasse 2117 Artikel

Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

Philosophie und Ansatz

Dr. Sasse ist überzeugt, dass eine freiheitlich-marktwirtschaftliche Ordnung die Basis für Wohlstand und Innovation ist. Er betrachtet Aktien als einen zentralen Baustein für finanzielle Unabhängigkeit und eine moderne Altersvorsorge. Seine Mission ist es, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu machen und Anlegern die Vorteile eines langfristigen, systematischen Vermögensaufbaus näherzubringen.

Sein Ansatz zeichnet sich durch die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und einem klaren, sachlichen Stil aus. Er legt Wert darauf, Lesern – unabhängig von ihrem Vorwissen – zu helfen, informierte Finanzentscheidungen zu treffen.