Steigende Anleiherenditen, ein Ölpreis über 111 US-Dollar und neue Spannungen im Nahen Osten — der DAX hatte am Freitag gleich mehrere Belastungsfaktoren zu verdauen. Der Leitindex schloss bei 22.300,75 Punkten und summiert damit im laufenden Monat ein Minus von über elf Prozent.
Drei Faktoren drücken den Markt
Den stärksten Gegenwind lieferte der Rentenmarkt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte mit 3,03 Prozent den höchsten Stand seit 15 Jahren, in den USA kletterte die Zehnjahresrendite binnen 48 Stunden um 0,21 Prozentpunkte auf 4,39 Prozent. Steigende Zinsen verteuern die Unternehmensfinanzierung und machen festverzinsliche Anleihen gegenüber Aktien attraktiver — ein klassisches Belastungsszenario für Indizes wie den DAX.
Gleichzeitig trieb der Brentölpreis auf zeitweise über 111 US-Dollar je Barrel, befeuert durch Berichte über Angriffe auf iranische Produktionskapazitäten und eine verstärkte US-Militärpräsenz in der Region. Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets beobachtete eine klare Sektorrotation: Anleger trennten sich von zyklischen Werten und Technologietiteln zugunsten krisenresistenterer Branchen.
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Das Ergebnis dieser Gemengelage zeigte sich in der Bandbreite der Handelswoche — über 1.300 Punkte zwischen Hoch und Tief. Auch die Wall Street schloss tief im Minus: Dow Jones und Nasdaq 100 verloren jeweils mehr als zwei Prozent, was die globalen Stagflationsängste weiter nährte.
Chemie gewinnt, Rüstung und Tech verlieren
Die Sektorrotation hinterließ deutliche Spuren in der Einzelwertentwicklung. Während BASF mit einem Plus von 2,68 Prozent zu den wenigen Gewinnern des Tages zählte, verloren Rheinmetall (-3,93 %), MTU Aero Engines (-4,10 %) und Siemens Energy (-3,86 %) besonders stark. Bei Rheinmetall sprechen Marktbeobachter von Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rally — der Rüstungstitel hatte in den Wochen zuvor erheblich zugelegt.
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Technische Lage bleibt angespannt
Charttechnisch hat sich das Bild eingetrübt. Der DAX notiert rund acht Prozent unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts, der Abstand zum Januarhoch bei 25.420 Punkten beträgt inzwischen über zwölf Prozent. Als nächste relevante Unterstützung gilt die psychologisch bedeutsame Marke von 22.000 Punkten. Ein nachhaltiger Rutsch darunter könnte weiteren Druck bis in den Bereich von 21.500 Punkten erzeugen.
Die kommende Woche bringt mit dem ifo-Geschäftsklimaindex, der im März bereits auf 86,4 Punkte absackte, einen weiteren Stimmungstest für die deutsche Konjunktur. Hinzu kommt die EZB-Politik: Angesichts steigender Energiepreise rechnen Marktteilnehmer mit einer restriktiveren Tonlage der Notenbank — was den Druck auf Aktien weiter aufrechterhalten dürfte. Der nächste Handel startet am Montag, den 30. März, um 09:00 Uhr MEZ.
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