Der DAX klettert am Freitagmorgen auf neue Bestmarken – doch ob die Rekordwoche wirklich einen nachhaltigen Ausbruch markiert, entscheidet sich erst am Nachmittag. Dann veröffentlichen die USA ihren Arbeitsmarktbericht, und der dürfte darüber bestimmen, ob die Gewinne bis zum Wochenende Bestand haben.

Der Leitindex startete rund 0,4 Prozent höher bei etwa 26.240 Punkten in den Handel und bewegt sich damit nahe dem Rekordschluss vom Dienstag bei 26.202,35 Zählern. Am Mittwoch hatte der Index untertägig sogar ein Allzeithoch bei 26.403,81 Punkten markiert. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von mehr als zwei Prozent zu Buche.

Ganz geheuer ist die Lage Marktbeobachtern trotzdem nicht. Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl warnt vor einer Bullenfalle: Rutscht der Index unter die Marke von 25.900 Punkten, könnte die frische Aufwärtsbewegung schnell wieder kippen. Technisch valide sei der Ausbruch über das alte Rekordhoch erst dann, wenn die Kursgewinne tatsächlich ins Wochenende gerettet werden.

Der Nachmittag entscheidet

Genau hier setzt der US-Arbeitsmarktbericht an. Fällt er stärker aus als erwartet, dürfte sich die Gewissheit verfestigen, dass die amerikanische Notenbank ihren Zinsgipfel noch nicht erreicht hat – mit entsprechenden Folgen für die Zinserwartungen im September. Kurzfristig größere Kursschwankungen an der Frankfurter Börse gelten deshalb heute Nachmittag als wahrscheinlich.

Der Ölpreis bleibt dabei ein Unsicherheitsfaktor im Hintergrund. Ein Fass Brent kostete zuletzt 83,32 US-Dollar, ein Prozent mehr als am Vortag. Grund sind die weiter ungewissen Aussichten auf eine dauerhafte Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus – US-Präsident Donald Trump zeigte sich zwar zuversichtlich, dass der Konflikt bald enden könnte, belastbare Ergebnisse blieben aber bislang aus.

Bilanzsaison bremst den Schwung

Zusätzlich dämpft die laufende Berichtssaison die Kauflaune. Allianz und Münchener Rück legten am Morgen Zahlen vor, die die Anleger nicht überzeugten – beide Versicherer notierten vorbörslich in der Verlustzone. Auch Daimler Truck steht heute auf der Agenda. Die deutsche Handelsbilanz lieferte ein gemischtes Bild: Die Exporte legten um 0,9 Prozent zu, die Importe stiegen jedoch deutlich stärker um 4,4 Prozent, getrieben von höheren Energie- und Rohstoffpreisen.

Für den weiteren Handelsverlauf bleibt damit ein enges Fenster: Hält sich der DAX über 25.900 Punkten und übersteht den Nachmittag ohne größere Rückschläge, wäre der Ausbruch über die alten Rekordstände technisch bestätigt. Rutscht der Index darunter, drohen die Gewinne der vergangenen Tage schnell wieder zu verpuffen.