Ein Handelstag mit zwei Gesichtern: Während sich der DAX vorsichtig an die 25.000-Punkte-Marke herantastet, bricht eine seiner Schwergewichte regelrecht ein. Der Grund dafür liegt nicht in Frankfurt, sondern bei einem US-Konkurrenten.
Der deutsche Leitindex legt am Dienstagmittag um 0,2 Prozent auf 24.891,92 Punkte zu, im Tageshoch schrammte er mit 24.989 Zählern knapp an der runden Marke vorbei. Rückenwind liefert vor allem die Konjunkturstimmung: Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen springt im Juli auf 26,3 Punkte, nach 10,5 im Juni und damit deutlich über den von Ökonomen erwarteten 18,0 Zählern. Auch für die Eurozone insgesamt zeigt sich das Bild freundlicher, der entsprechende Indikator klettert auf 23,4 Punkte.
Chipsektor zieht den Index nach oben
Für zusätzlichen Schub sorgt eine Nachricht aus Taiwan: Der Chiphersteller TSMC plant Berichten zufolge, die Preise für fortschrittliche wie auch ältere Chips ab 2027 um bis zu zehn Prozent anzuheben. Europäische Halbleiterwerte reagieren prompt mit Kursgewinnen von bis zu 5 Prozent. Im DAX profitiert davon vor allem Infineon, das Papier legt um 2,8 Prozent zu. Auch Siemens Energy und Hochtief zählen mit Gewinnen von 2,9 beziehungsweise 1,4 Prozent zu den Favoriten des Tages.
Sartorius unter Druck
Auf der Verliererseite dominiert der Gesundheitssektor. Sartorius verliert 9,5 Prozent, nachdem der US-Wettbewerber Danaher zwar solide Quartalszahlen vorgelegt, beim Umsatzausblick für das dritte Quartal aber enttäuscht hatte. Der Dämpfer strahlt auf weitere Werte der Branche aus: Merck KGaA gibt um 2,5 Prozent nach, Siemens Healthineers verliert 2,2 Prozent, Qiagen rutscht um 2 Prozent ab.
Im Hintergrund bleibt die geopolitische Lage angespannt. Die Zuspitzung am Persischen Golf treibt die Ölpreise weiter nach oben, gleichzeitig gewinnt Gold als Absicherung an Wert. Nach Einschätzung von UBS Asset Management gefährdet selbst eine mögliche weitere Zinserhöhung der US-Notenbank den laufenden Bullenmarkt nicht — die Weltwirtschaft zeige sich robuster als lange angenommen, gestützt von einem anziehenden US-Arbeitsmarkt und einer belebten globalen Industriekonjunktur.
Für den DAX bleibt die 25.000er-Marke damit das Thema der Stunde. Ob der Index sie in den kommenden Handelstagen knackt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob der Halbleiter-Rückenwind stark genug bleibt, um die Schwäche im Gesundheitssektor zu kompensieren.
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