Ausgerechnet am großen Verfallstag bleibt die Wall Street heute wegen des Juneteenth-Feiertags geschlossen. Frankfurt steht damit im Mittelpunkt — und die Kombination aus ausläufenden Futures, Optionen auf Indizes und Einzelaktien sowie dünner Liquidität macht den Tag unberechenbar.

Der DAX startet mit einem kleinen Minus von rund 0,3 Prozent in den Handel, vorbörslich bei etwa 24.947 Punkten. Die 25.000er-Marke bleibt damit hartnäckige Orientierungsgröße. Wochenbilanz dennoch positiv: Dank des starken Montagsauftakts nach der Iran-Friedensvereinbarung liegt das Plus für die Woche bei rund 1,5 Prozent.

Geopolitik bleibt das Störfeuer

Das Iran-Thema lässt die Märkte nicht los. Die für Donnerstag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz wurden kurzfristig abgesagt. US-Vizepräsident Vance ließ den Zeitplan offen — er rechne damit, dass technische Verhandlungen irgendwann am Wochenende aufgenommen werden könnten. Das US-Iran-Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges war zwar unterzeichnet worden und hatte die Ölpreise zunächst gedrückt, doch die Unsicherheit über ein dauerhaftes Ende des Konflikts bleibt.

Brent notiert aktuell um die 80 Dollar je Barrel — ein Niveau, das Inflationssorgen zumindest im Hinterkopf hält.

Erzeugerpreise signalisieren Inflationsdruck

Frische Daten des Statistischen Bundesamts untermauern diese Sorgen. Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent — der stärkste Anstieg seit Mai 2023. Gegenüber dem Vormonat legten sie um 0,3 Prozent zu. Treiber waren Vorleistungsgüter und Energie. Erzeugerpreise laufen den Verbraucherpreisen typischerweise voraus, weshalb der Anstieg als Frühindikator für anhaltenden Inflationsdruck gewertet werden dürfte.

Asiens Börsen gaben am Freitag nach, wobei Tokio rund 0,7 Prozent verlor. In China ruhte der Handel feiertagsbedingt. Der Euro verliert gegenüber dem Dollar auf rund 1,1421.

Wie sich der DAX am Ende des Handelstages schlägt, hängt heute weniger von fundamentalen Neuigkeiten ab als davon, wie sich die Terminmarkt-Positionen zur Mittagszeit auflösen — das Verfallsfenster schließt sich um 13 Uhr an der Eurex.