Der Iran-Deal ist vollzogen — und die Märkte reagieren sofort. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, das Teherans oberster Nationaler Sicherheitsrat am Wochenende als finalisiert bestätigt hat, treibt den DAX am Montagmorgen zurück über die 25.000-Punkte-Marke. Vorbörsliche Signale zeigten ein Plus von rund 1,5 Prozent.

Was hinter dem Kurssprung steckt

Der Kern der Marktreaktion liegt nicht im Abkommen selbst, sondern in seinen Implikationen für Öl und Inflation. Brent-Rohöl verlor rund fünf Prozent auf etwa 83 Dollar je Barrel — der niedrigste Stand seit März. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Seerouten für den globalen Energiehandel, soll nach notwendiger Minenräumung und formeller Unterzeichnung des Abkommens am Freitag wieder freigegeben werden.

Für Anleger bedeutet das: sinkender Rohölpreis, nachlassender Inflationsdruck — und das ausgerechnet in einer Woche, in der die US-Notenbank Fed ihren Zinsentscheid verkündet. Weitere Zentralbanken aus Japan, Großbritannien und der Schweiz folgen. Der zeitliche Zusammenfall von Geopolitik und Geldpolitik gibt dem Wochenstart besonderes Gewicht.

Gewinner und Verlierer im Index

Die Branchen-Rotation ist erwartbar. Tourismus- und Luftfahrtwerte wie Lufthansa und TUI verzeichnen vorbörslich deutliche Kursgewinne. Rüstungswerte hingegen geben nach — Rheinmetall verliert vorbörslich fast drei Prozent. Dazu belasten zusätzliche Sorgen: Frankreich könnte nach dem Scheitern des gemeinsamen Kampfflugzeugprojekts FCAS nun auch beim Panzerprojekt MGCS aussteigen. Rheinmetall-Chef Armin Papperger räumte ein, die Gefahr sei real, aber noch nichts entschieden.

Auch DWS-Aktien hinken dem Markt hinterher. Goldman Sachs stufte die Aktie auf „Verkaufen“ herab und verwies auf nachlassende Argumente für weitere Mittelzuflüsse.

Rekord rückt wieder in Sicht

Das Allzeithoch des DAX bei 25.507 Punkten vom 13. Januar ist keine abstrakte Zahl mehr. Wenn der Index zum Start tatsächlich bei 25.000 eröffnet, beträgt der Abstand zum Rekord noch gut 500 Punkte. Ob die Euphorie des Wochenstarts trägt, hängt maßgeblich davon ab, was Fed-Chef Kevin Warsh bei seiner ersten FOMC-Sitzung in der Zinspressekonferenz signalisiert — und ob die Vereinbarung mit dem Iran bis zur formellen Unterzeichnung am Freitag stabil bleibt.