DAX: Inflationsdruck lässt Wunden offen

Frische Inflationsdaten aus Deutschland und den USA drücken den DAX unter die 24.000er Marke. Geopolitische Risiken und steigende Energiepreise verstärken den Abwärtstrend.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • DAX verliert 1,4 Prozent in der Woche
  • Inflation in Deutschland steigt auf 2,9 Prozent
  • RWE überrascht mit starkem Quartalsergebnis
  • Nahost-Konflikt treibt Energiepreise in die Höhe

Eine schwache Woche geht zu Ende — und der DAX trägt die Narben davon. Der deutsche Leitindex schloss den Freitag mit deutlichem Abstand zur 24.000-Punkte-Marke ab und büßte auf Wochensicht rund 1,4 Prozent ein. Treiber der Schwäche: frische Inflationsdaten, die an beiden Seiten des Atlantiks unangenehm überraschten.

Teuerung auf breiter Front

Die Verbraucherpreise in Deutschland legten im April auf 2,9 Prozent zu, nach 2,7 Prozent im Vormonat. In den USA kletterte die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit drei Jahren — auf 3,8 Prozent. Hauptverantwortlich dafür sind gestiegene Energie- und Gaspreise, die sich in Folge des anhaltenden Nahost-Konflikts verfestigt haben. Rohöl der Sorte Brent notierte zeitweise über 107 Dollar je Barrel, WTI näherte sich der 100-Dollar-Marke.

Diese Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und hartnäckiger Teuerung setzt Aktieninvestoren unter Druck. Die Renditen von Staatsanleihen zogen an, was Aktien relativ weniger attraktiv macht — klassischer Gegenwind für Indizes wie den DAX.

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Kurzfristige Erholung, dann erneuter Rückfall

Dabei begann die Woche noch halbwegs konstruktiv. Nach dem Rücksetzer am Dienstag — der DAX rutschte kurzzeitig unter 24.000 Punkte — folgte eine zwischenzeitliche Stabilisierung. Bis Donnerstag schaffte der Index eine merkliche Erholung. Am Freitag jedoch kippte die Stimmung erneut. Die Inflationssorgen brachen sich vollends Bahn, und der Leitindex schloss die Woche mit einem Minus ab.

Auf der Unternehmensseite gab es durchaus positive Signale: RWE meldete für das erste Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von 1,6 Milliarden Euro — ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bessere Windverhältnisse in Europa und neu in Betrieb genommene Erneuerbare-Anlagen trugen dazu bei. Dennoch verlor die RWE-Aktie im Wochenverlauf rund 5,4 Prozent — ein Zeichen dafür, wie stark das Makroumfeld gerade einzelne Unternehmenserfolge überlagert.

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Der technologiegetriebene Rückenwind aus den USA, wo Nvidia nach gelockerten Exportbeschränkungen für ältere GPU-Modelle rund zehn Prozent zulegte und eine Marktkapitalisierung von rund 5,7 Billionen Dollar erreichte, konnte den DAX kaum stützen. Das Schwergewicht der Sorgen drückte stärker als die Kauflaune in Übersee.

Zum Wochenende bleibt die Lage angespannt. Das Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem chinesischen Staatschef in Peking brachte im Zollstreit zwar Optimismus, am Nahost-Konflikt änderte sich hingegen wenig. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hängt weiter am seidenen Faden — und mit ihr die Energiepreise, die den DAX noch eine Weile begleiten dürften.

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