Der DAX startet verhalten optimistisch in die Woche — aber die entscheidende Frage bleibt dieselbe wie seit Tagen: Wer kauft den Index nachhaltig über 25.000 Punkte?

Zum Handelsbeginn notierte der deutsche Leitindex rund 0,2 Prozent im Plus bei gut 25.035 Punkten. Schon am Freitag hatte er zeitweise 25.173 Punkte erreicht, rutschte zum Xetra-Schluss jedoch wieder unter die runde Marke. Das Muster wiederholt sich.

Nahost-Verhandlungen als Haupttreiber

Der wichtigste Impulsgeber dieser Woche kommt nicht aus der Bilanz, sondern aus der Diplomatie. In der Schweiz haben die USA und der Iran Gespräche auf Verhandlungsführer-Ebene aufgenommen, weitere Beratungen auf Arbeitsebene sollen folgen. Katar und Pakistan als Vermittler meldeten „ermutigende Fortschritte“ und ein Ziel: ein finales Abkommen innerhalb von 60 Tagen. Die Ölpreise liegen derweil auf dem niedrigsten Niveau seit Kriegsbeginn — ein klares Signal, dass der Markt die Signale ernst nimmt.

Aus Asien kamen positive Vorgaben, besonders bei Technologiewerten. Der Nikkei 225 stieg sogar auf ein neues Allzeithoch. Rückenwind für europäische Halbleiterwerte wie Infineon, die vorbörslich rund ein Prozent zulegten.

Was fehlt, sind die US-Vorgaben. Die Wall Street war am Freitag feiertagsbedingt geschlossen — die Rückkehr der amerikanischen Börsen dürfte den Tagestakt mitbestimmen.

Umstrukturierungen und Einzelwerte

Ab heute ist Hochtief offiziell DAX-Mitglied. Die Porsche SE, VW-Beteiligungsgesellschaft, musste dafür weichen — ein Wechsel, der die strukturellen Verschiebungen im deutschen Unternehmensindex widerspiegelt. ProSiebenSat.1 verlässt derweil nicht nur den MDAX, sondern scheidet auch aus dem SDAX aus.

Rheinmetall rückt nach einer Hochstufung auf „Outperform“ durch Oddo BHF ins Blickfeld. Die Analysten sehen einen Bewertungsabschlag zur europäischen Rüstungskonkurrenz und bezeichnen die Aktie als „Wachstum zum Discountpreis“. Am Freitag hatte Rheinmetall bereits zu den stärksten DAX-Werten gezählt.

Das Allzeithoch des DAX vom 13. Januar 2026 liegt bei 25.507 Punkten — der Abstand beträgt aktuell rund 450 Punkte. Ob die Iran-Verhandlungen den nötigen Schub liefern, entscheidet sich in den kommenden Stunden, wenn das europäische Verbrauchervertrauen und die nach dem Feiertag nachgereichten COT-Daten aus den USA eintreffen.